Aktien für Anfänger – Der ultimative Guide mit 10 unbezahlbaren Tipps für Einsteiger...

Aktien für Anfänger: Der Aktienmarkt hält für viele Einsteiger die ein oder andere Herausforderung bereit.

Herausforderungen, die teilweise größer gemacht werden als sie sind...

...teilweise jedoch nicht die Beachtung erfahren, die sie eigentlich verdienen sollten.

Worauf musst du also als Börsen Anfänger achten? Insbesondere dann, wenn du noch nie wirklich mit der Börse in Berührung gekommen ist oder deine bisherigen „Gehversuche“ weniger von Erfolg gekrönt waren und du endlich den Aktienhandel lernen möchtest.

Ich denke, du wirst mir zustimmen, wenn ich behaupte: Aktien für Anfänger ist ein schwieriges Thema.

Jetzt kommt jedoch die gute Nachricht!

Schwierig, ja! Aber...

Es haben schon hunderte Privatanleger vor dir geschafft, zu erfolgreichen Investoren zu werden.

Warum also solltest du es nicht auch schaffen?  

Lass dir eines gesagt sein: Auch du kannst dein Geld erfolgreich an der Börse anlegen und Vermögen aufbauen!

Vorausgesetzt, du vermeidest klassische Fehler und befolgst die Regeln, die von erfolgreichen Investoren Tag für Tag umgesetzt werden.

In diesem Beitrag zeige ich dir heute die 10 wichtigsten Regeln für Börseneinsteiger...und, wie du diese konkret in der Praxis umsetzen kannst. Du kannst diesen Beitrag also quasi als den großen „Aktien für Anfänger Guide“ betrachten.    

#1: Achte auf die richtige Kapitalverteilung - Wieviel Geld darf ich investieren?

Bevor es losgeht, lange bevor du deine erste Investition an der Börse tätigst, solltest du dir zunächst einmal Gedanken darüber machen, wieviel Kapital dir überhaupt zur Verfügung steht.

Wieviel Geld hast du übrig, um es an der Börse zu investieren?

Ich behaupte: An genau dieser Frage scheitern bereits 50% aller Privatanleger...

50% aller Privatanleger haben keine Ahnung über ihre Kapitalverteilung, ihre monatlichen Ein- und Ausgaben und ihre Vermögensaufstellung.

Dabei ist es grundsätzlich so einfach, sich ein Bild der persönlichen Finanzsituation zu verschaffen.

100% Erfolg: Zwei kostenlose Excel-Tools für dich

Es genügen zwei Excel-Tools, um die gesamte finanzielle Situation abschließend bewerten zu können. Excel-Tools, die sich in weniger als einer Stunde mit allen wichtigen Informationen füttern lassen.

Um dich bei diesem Thema nicht im Regen stehen zu lassen, habe ich dir diese beiden Excel-Tools bereits erstellt...

Das ist zum einen das Tool „Ausgabenverteilung“, mit dessen Hilfe du deine Ein- und Ausgaben sortieren kannst. Zum anderen das Tool „Vermögensaufstellung“. Hier werden alle Besitztümer und Verbindlichkeiten gesammelt.

Doch warum ist es überhaupt wichtig, sich einen Überblick über seine finanzielle Situation zu verschaffen?

Warum solltest du ganz genau über deine Geldflüsse Bescheid wissen?

Ganz einfach...

Noch bevor du an der Börse investierst, musst du unbedingt gewährleisten, dass du über eine solide finanzielle Absicherung verfügst.

Heißt: Bevor du mit dem Vermögensaufbau beginnst, solltest du unbedingt ein finanzielles Polster für Notfälle schaffen und alle wichtigen Versicherungen abgeschlossen haben (und diese auch bezahlen können).

Ich möchte dir auch erklären, warum dieser Schritt so unglaublich wichtig ist...

Es wäre eines der schlimmsten Szenarien, wenn du Geld an der Börse investierst, jedoch aufgrund eines Notfalls gezwungen würdest, deine Anlagen wieder zu verkaufen.

Hier die Begründung...

Die Börsenkurse bewegen sich in ständigen Auf- und Abbewegungen.

Kurzfristig können diese Bewegungen sehr stark ausgeprägt sein, langfristig fallen diese weniger (bis kaum) ins Gewicht.

Es wäre also durchaus möglich, dass der bereits erwähnte finanzielle Notfall an einem tiefen Punkt einer Bewegung eintritt und du gezwungen wärst, deine Wertpapiere mit Verlust zu verkaufen.

Ein Verlust, der in dieser Form nicht eingetreten wäre, wenn du nicht verkaufen hättest müssen und deine Anlagen langfristig gehalten hättest.

Sei also klüger und mache es folgendermaßen...

Nutze beide Excel-Tools, die ich dir zur Verfügung gestellt habe und analysiere zunächst deine Finanzen gründlich.

Finanzverwaltung einfach gemacht: Das 6-Konten-Modell

Finanzcoach und Bestseller-Autor T. Harv Eker hat im Rahmen seines Konzepts „Millionaire Mind“ das berühmte 6-Konten Modell geschaffen, das eine einfache und automatische Finanzverwaltung ermöglichen soll.

Dieses 6-Konten-Modell ist eine tolle Möglichkeit, um langfristig und dauerhaft Ordnung in deine Finanzen zu bringen.

Hier erfährst du mehr darüber.

Im nächsten Schritt bewertest du, wieviel Kapital dir zur Verfügung steht, um es:

  • In Form monatlicher Sparpläne zu investieren (Was bleibt am Monatsende aktuell übrig?)
  • Als Einmalanlage zu investieren (Aktuelle Sparguthaben – Sicherheitspuffer)


Achte dabei außerdem darauf, dass das von dir identifizierte „Investmentkapital“ alle nachfolgenden Merkmale aufweist:

  • Kapital ist ungebunden. Das Kapital sollte nicht bereits für andere Dinge eingeplant sein, z.B. Abschlussrate eines Kredits (auch dann nicht, wenn dies einige Monate in der Zukunft liegt).
  • Kapital ist 100% dein Eigentum. Fremdkapital hat nichts an der Börse verloren. Nimm niemals einen Kredit auf, um Investmentkapital für die Börse zu generieren. 


Zeitaufwendig? 

Natürlich!

Aber dieser Schritt ist enorm wichtig und beeinflusst deinen späteren Börsenerfolg erheblich.

Ein Tipp: Auch kleine Sparbeträge sind lohnenswert

Wenn du nach deiner Finanzanalyse feststellst, dass dein Kapital noch nicht für die ganz großen Investitionen ausreicht, kein Problem!

Du hast heute die Möglichkeit, im Rahmen von Sparplänen (Aktien, Fonds und ETFs) bereits ab 25 Euro pro Monat an der Börse zu investieren.

Auch wenn dir das zunächst nicht als viel erscheinen mag, hier der Gegenbeweis...

Ein Sparplan mit 25 Euro pro Monat, angelegt in einen ETF der mit durchschnittlich 7% effektiver Rendite pro Jahr wächst (Steuer und Gebühren bereits abgezogen), erreicht nach 30 Jahren einen Endwert von 29.401,62 Euro.

#2: Behalte unbedingt die Kosten im Überblick

Es existieren zahlreiche verschiedene Börsenweisheiten (z.B. „Hin und Her macht Taschen leer), die sich auf folgende Regel reduzieren lassen:

Aktien für Anfänger - Kosten

Die Kosten deiner Wertpapieranlage sind von enormer Bedeutung und beeinflussen deinen Erfolg bzw. deine Rendite maßgeblich.

Aber von welchen Kosten ist hier die Rede? Auf welche Gebühren und Kosten sollte man als Privatanleger unbedingt achten?

Es sind vor allem drei Bereiche, die deine volle Aufmerksamkeit erfordern...


1. Depotgebühren

Wenn du an der Börse investieren möchtest, benötigst du ein Depot. Hier werden alle Wertpapiere, die du erworben hast, gelagert.

Nun ist es so, dass 99% aller Banken (egal, ob Direktbank oder Hausbank) keine Gebühren für die Bereitstellung eines solchen Depots erheben...

1% hingegen schon!

Achte also unbedingt darauf, dass du ein Depot eröffnest, das dir kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Welche Banken das tun, erfährst du beim Brokervergleich.

Tipp: Wenn du noch auf der Suche nach dem richtigen Depot bist, kann ich dir diesen Guide sehr ans Herz legen.  


2. Orderkosten

Bei Käufen und Verkäufen von Wertpapieren fallen sogenannte Orderkosten an.

Zu beachten sind hier zwei Faktoren, die diese Kosten beeinflussen:

  • Deine Depotbank
  • Der Handelsplatz, über den die Order ausgeführt wird


Zunächst erhebt deine Depotbank eine Gebühr. Dies sind entweder Pauschalbeträge, die unabhängig vom Ordervolumen sind, oder prozentuale Gebühren, die sich an der Größe deines Auftrags orientieren.

Auch in diesem Punkt unterscheiden sich die Banken übrigens teilweise erheblich voneinander, was Stiftung Warentest in der Ausgabe 12/2016 eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte.

Zusätzlich können Gebühren anfallen, die vom Börsen-Handelsplatz erhoben werden.

Das sind zum Beispiel die Courtage, die unter anderem beim Handelsplatz XETRA fällig wird, oder auch ein Transaktionsentgelt, wie es bei der Börse Stuttgart üblich ist.

Viele Broker bieten hier ausführliche PDFs an, als Beispiel die Aufstellung der Börsengebühren der Onvista Bank, um die Börsenplatz-Gebühren transparent darzustellen.

Vorsicht: Täuschungsgefahr

Bei der Wahl des richtigen Handelsplatzes muss unbedingt auch der Kaufpreis einer Aktie (Briefkurs) herangezogen werden!

Dieser ist bei jedem Handelsplatz unterschiedlich. Daher ist es möglich, dass auch ein Handelsplatz mit höheren Gebühren schlussendlich die günstigere Alternative darstellt.

Besonders beliebt ist bei Privatanleger übrigens der seit 2009 aktive Handelsplatz Tradegate, was nachfolgende Grafik zeigt (Quelle: statista.de).

Tradegate Orderbuchumsatz

Dieser Handelsplatz bietet längere Öffnungszeiten (bis 22:00 Uhr) und außerdem geringere Ordergebühren bei kleineren Volumina.

3. Laufende Kosten

Häufig vernachlässigt, aber langfristig gesehen unglaublich wichtig: Laufende Kosten, die vor allem bei ETFs und Investmentfonds anfallen.

Verständlich, denn der Unterschied fällt augenscheinlich kaum ins Gewicht...

Insbesondere bei ETFs unterscheiden sich die laufenden Kosten meist nur um 0,1 – 0,3 Prozentpunkte.

ETFs KostenUnterschied

Der Unterschied bei ETFs in Sachen "laufende Kosten" ist in der Regel minimal (Screenshot: consorsbank.de)

Vergleicht man allerdings die Kosten von Investmentfonds mit den Kosten von ETFs, fällt der Unterschied schon gewaltiger aus. Hier können gut und gerne 2-4 Prozentpunkte dazwischenliegen.

Das ist allerdings nicht verwunderlich, schließlich werden ETFs passiv von einem Computer verwaltet, bei einem Investmentfond sitzt hingegen ein Fondsmanager am Steuer...

Und der möchte schließlich auch bezahlt werden.

Wie deutlich der Kosten-Unterschied zwischen Investmentfonds und ETFs ausfällt, zeigt nachfolgende Untersuchung zweier fiktiver Produkte...

Gegenüberstellung laufende Kosten Fonds vs. ETF

Rahmenbedingungen:

  1. Anlagebetrag: 20.000 Euro
  2. Laufzeit: 30 Jahre
  3. Rendite: 7% p.a.
  4. Jährlicher Ertrag: 2% (Thesaurierung)
  5. Steuersatz: 26,375% (801 Euro Freibetrag)
  6. Ausgabeaufschlag: 0% (Discount)


Szenario A: ETF

Die laufenden Kosten pro Jahr des ETFs betragen 0,38%. Hierbei handelt es sich um die durchschnittliche Gesamtkostenquote europäischer ETFs (Quelle: Morningstar)

Szenario B: Investmentfons

Die jährlichen laufenden Kosten des Investmentfonds liegen bei 2%. Dies ist eine ungefähre Schätzung aufgrund der Durchschnittskosten bei Aktienfonds (Kosten liegen zwischen 0,8% - 3%, (Quelle: Fondsclever.de

Der Unterschied ist, mit einem Wort...

Gigantisch!

Obwohl nur eine magere Differenz von 1,62% jährliche Gebühren zwischen den beiden Produkten liegen, unterscheidet sich die Rendite erheblich.

Kosten Fonds und ETFs

Die effektive Rendite des ETFs liegt bei 7,625% p.a., die des Fonds bei 6,114% p.a. Daraus resultiert ein Gesamtbetrag von 187.552,99 Euro beim ETF, beim Fonds mit 120.906,15 Euro deutlich weniger.

Und das, bei komplett identischen Parametern. Lediglich die Verwaltungsgebühr wurde verändert.

Außerdem fällt auf, dass der Unterschied zwischen beiden Produkten bei zunehmender Anlagedauer immer größer wird.

Ein langfristiger Anlagehorizont macht sich also in einer stetig wachsenden Rendite bemerkbar. Dazu später mehr...

Diese Untersuchung soll keineswegs als Empfehlung für ETFs verstanden werden, sondern lediglich aufzeigen, wie erheblich laufende Kosten die Rendite beeinflussen können.

Zusammenfassung

Kosten sind einer der am häufigsten unterschätzten Renditekiller an der Börse.

Achte also unbedingt darauf, diese so gering wie möglich zu halten, indem du:

  • Unnötige Käufe und Verkäufe vermeidest
  • Ein kostenloses Depot nutzt
  • Den richtigen Handelsplatz auswählst
  • Die laufenden Kosten bei Fonds und ETFs im Auge behältst

#3: Formuliere klare Anlageziele

Klar definierte Ziele sind ein wichtiger Eckpfeiler einer erfolgreichen Anlagestrategie (mehr zur Anlagestrategie gibt bei Kapitel #4).

Aber warum sind individuelle Ziele so wichtig?

Ganz einfach...

Du kannst unmöglich eine Strategie für deine Geldanlage entwickeln, wenn du deine Ziele nicht kennst.

Wenn du also wissen möchtest, was die richtigen Anlageklassen, Anlageprodukte und Unternehmen für dich sind, musst du zunächst einmal untersuchen, welche Ziele du überhaupt verfolgst.

Dabei gilt: Je konkreter und individueller du diese Ziele formulierst, desto maßgeschneiderter wird deine spätere Anlagestrategie sein.

Tipp: Nutze die SMART-Methode für deine Ziele

Wenn du Probleme hast, konkrete Ziele zu formulieren, kann die SMART-Methode (Spezifisch, Messbar, Akzeptiert, Realistisch, Terminierbar) eine tolle Hilfe sein.

Mithilfe dieser Methode schaffst du individuelle Ziele, auf denen du eine konkret ausformulierte Anlagestrategie aufbauen kannst.

Mehr zur SMART-Methode erfährst du hier.

Worauf komme es bei Anlagezielen an?

Zunächst einmal solltest du dein „Warum“ definieren...

Warum möchtest du überhaupt Geld an der Börse investieren?

Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Vermögensaufbau allgemein. Du bist schlichtweg nicht zufrieden mit den mageren Zinsen, die Tagesgeld und Co. bieten und möchtest dein Geld für dich arbeiten lassen
  • Anschaffung und Träume. Der Porsche mit 50? Das kann ein konkretes und legitimes Ziel sein.
  • Altersvorsorge. „Eines ist Gewiss: Die Rente ist sicher!“ So sah es zumindest CDU-Politiker Norbert Blüm am 10.10.1997 in einer Rede im Bundestag. Heute gilt dieses Zitat leider nicht mehr und du solltest deine Altersvorsorge unbedingt selbst in die Hand nehmen!

 

Nachdem du dein „Warum“ gefunden hast, gilt es im zweiten Schritt, deine Risikobereitschaft zu definieren.

Diese ist logischerweise stark von deinem „Warum“ abhängig...

Der 40-jährige Privatanleger, der mit 50 einen Porsche fahren möchte, muss zwangsläufig mehr Risiko eingehen als der 18-jährige Privatanleger, der bereits frühzeitig mit einem Sparplan die Altersvorsorge in Angriff nehmen möchte.

Bei der Definition der Risikobereitschaft spielt allerdings auch dein Charakter eine wichtige Rolle!

Wenn du nicht mit (hohen) Verlusten umgehen kannst und besonders viel Wert auf Sicherheit legst, kannst du zwar keine sehr hohe Rendite erwarten, fährst auf lange Sicht mit einer konservativen Strategie wahrscheinlich besser...

Ein Mehr an Sicherheit bedeutet nun mal ein Weniger an Rendite, wie nachfolgendes Dreieck beweist...

Aktien für Anfänger Dreieck

Nachdem du konkrete Ziele und auch deine Risikobereitschaft definiert hast, kannst du endlich auf dieser Basis deine eigene Anlagestrategie entwickeln...

#4: Entwickelte eine individuelle Anlagestrategie

Die Entwicklung der eigenen, individuellen Anlagestrategie ist einer der wichtigsten Schritte für Börseneinsteiger.

Du musst unbedingt wissen...

  • Warum du investierst
  • Wie du investierst
  • In was du investierst

...bevor du auch nur daran denkst, deine erste Aktie zu kaufen.

Den Punkt „Warum“ hast du bereits im Abschnitt „#3. Ziele entwickeln“ beantwortet...

Den Punkt „Wie“ bereits im Abschnitt „#1: Finanzen analysieren“ (und zwar wahrscheinloch ohne, dass du es bemerkt hast).

Wie du investierst entscheidet nämlich dein Finanzstatus.

Verfügst du über große Sparvermögen, kannst du in Form von Einmalanlagen aktiv werden und ein umfangreiches und gut diversifiziertes Depot aufbauen.

Ist dies nicht der Fall, können monatliche Sparpläne die richtige Lösung für dich sein.

Eine Antwort liefern dir die beiden Excel-Tools, die ich dir bereits zur Verfügung gestellt habe...

Ich hoffe du erkennst an dieser Stelle, wie sich mittlerweile die kleinen Zahnrädchen, die wir schon bearbeitet haben, zu einem Ganze zusammenfügen und wie wichtig jeder einzelne Tipp ist, den du hier erfährst!

Doch zurück zum Thema: Bleibt an dieser Stelle nur noch zu klären, in was du investierst.

Dies wiederum ist abhängig von deinem Risikoprofil, denn jedes Anlageprodukt an der Börse besitzt ein unterschiedliches Rendite-Risiko-Verhältnis.

Risikoklassen Geldanlage

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Die verschiedenen Anlageklassen an der Börse im Überblick:

Letztendlich mag es zunächst vielleicht sehr kompliziert klingen, wenn du vor der Aufgabe stehst, deine eigene Anlagestrategie zu entwickeln...

Wenn du allerdings eine gute Vorarbeit geleistet hast, ist dieser Schritt lediglich ein Zusammentragen aller bereits gesammelten Informationen.

An dieser Stelle kann ich dir den Beitrag "Die besten Investmentstrategie für Privatanleger" sehr empfehlen.

Anlagestrategie: Schriftlich hält besser!

Es ist dringend zu empfehlen, deine Anlagestrategie schriftlich festzuhalten.

Öffne also ein neues Word-Dokument und beginne, deinen „Schlachtplan für die Börse“ niederzuschreiben.

Wenn du deine Anlagestrategie schriftlich fixiert, kannst du zum einen bei Bedarf kleine Änderungen vornehmen, zum anderen wirkt ein solches Dokument wie eine Art Vertrag mit dir selbst (Stichwort: Selbstbindung, commitment).

Das Risiko, dass du von deiner Strategie abweichst und Fehler begehst, sinkt also drastisch.

#5: Sei dein eigener Bankberater – höre niemals auf andere!

Ein „todsicherer Aktientipp“, eine „Gewinnrakete mit 300% Kurspotenzial“ oder „der Rohstoff der Zukunft“...

Solchen Schlagzeilen wirst du immer wieder begegnen...

Egal, ob im Internet in Form von Google-Anzeigen, Blogbeiträgen oder sogar in renommierten Fachzeitschriften.

Wenn du solche Anzeige liest, wirst du vielleicht den Drang verspüren, das Wertpapier zu kaufen, das dort empfohlen wird...

Schließlich wird der Analyst, der die Empfehlung ausgesprochen hat, schon wissen wovon er redet!

Das mag auch durchaus sein und ich möchte diesem seine Kompetenz keinesfalls absprechen...

Es mag auch durchaus sein, dass die „Gewinnrakete mit 300% Kurspotenzial“ tatsächlich ein Kursplus von 300% erreicht...

Dennoch solltest du unbedingt von solchen Empfehlungen Abstand nehmen!

Warum?

Diese Empfehlungen werden Initialkäufe verursachen. Du wirst ohne detaillierte Prüfung in ein Wertpapier investieren, von dem du nur weißt, dass es Person XY empfohlen hat. Mehr nicht.

Wenn sich dieses Wertpapier nun in die andere als erwartete Richtung entwickelt, sind emotionsbedingt Fehlentscheidungen vorprogrammiert: Irrationale Verkäufe zum falschen Zeitpunkt.

Investiere niemals in ein Wertpapier auf Grundlage der Empfehlung eines Dritten.

Analysiere jedes potenzielle Investment selbst, bevor du dein Geld anlegst!

Wie sieht der andere, richtig Weg aus?

Nehmen wir an, du hast dir ausreichend Zeit genommen, um ein Unternehmen zu analysieren, die Zukunftsaussichten zu prüfen und Vor- und Nachteile abzuwägen.

Schlussendlich stellst du fest: Das ist ein Investment, das 100% zu mir (also meinen Zielen und meiner Strategie passt).

Du investierst...

Entwickelt sich nun dieses Investment in eine andere als von dir geplante Richtung wirst du wahrscheinlich:

  • Die Ruhe bewahren und keine irrationalen Verkäufe tätigen. Schließlich weißt du, dass es sich um ein gutes Unternehmen handelt
  • Eine nochmalige Prüfung vornehmen und vielleicht feststellen, dass du dich bei dem Unternehmen geirrt hast. In diesem Fall wirst du einen begründeten Verkauf durchführen und den begangenen Fehler in Zukunft garantiert nicht wiederholen.


Du bist also zu einem besseren Investor geworden, Glückwunsch!

Finanzielles Kapital verloren, dafür jedoch Humankapital dazugewonnen.

Egal, welches der beiden beschriebenen Szenarien eintreffen mag, du profitierst also so oder so davon...

Vorausgesetzt, du nimmst deine Geldanlage 100% eigenverantwortlich in die Hand und hörst niemals auf die Tipps Dritter.

#6: Denke immer langfristig

Schnellen Reichtum – das ist es, was die meisten Privatanleger an der Börse erwarten...

Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall!

Christoph Boschan, Chef der Wiener Börse, bringt es in einem Gastkommentar für die österreichische Zeitung „Die Presse“ auf den Punkt:

Aktientipp Investieren

Entsprechend diesem Zitat solltest du auch deinen Anlagehorizont wählen: Langfristig.

Zugegeben, langfristig zu investieren ist langweilig, unspektakulär und lässt wirklich jede Action vermissen...

Langfristig investieren heißt schließlich, sich für ein Unternehmen zu entscheiden und jahrelang an diesem festzuhalten.

An der Börse ist langweilig jedoch keinesfalls schlecht. Ganz im Gegenteil...

Langweilige Investoren werden wahrscheinlich immer die bessere Rendite erzielen, als Privatanleger, die mehrere Käufe und Verkäufe pro Monat tätigen.

Und das ist keine bloße Behauptung, sondern eine erwiesene Tatsache, die durch zahlreiche Studien belegt wurde, z.B. durch finanzen100.de (DAX schlägt 30-jährige Bundesanleihen deutlich), die renommierte Tageszeitung „Die Welt“ (Mit Aktien kann in Wahrheit nichts schiefgehen).

Oder man betrachtet schlichtweg die Rendite des MSCI World, der seit 1975 durchschnittlich 7,7% pro Jahr (Quelle: versicherungsbote.de) wie ein Uhrwerk lieferte.

Alle drei Beispiele belegen: Wer einen langen Atem beweist, sichert sich in der Regel die bessere Rendite.

Aktien – langfristig die attraktivste Geldanlage

Ein Blick auf das Renditedreieck des DAX (Deutsches Aktieninstitut) beweist, dass Aktien langfristig die attraktivste Geldanlage sind. Trotz zahlreicher Krisen sind Anleger auf lange Sicht mit dem DAX sehr gut beraten gewesen.

Auch ein anderer Index, der S&P 500, untermauert diese These: Bereits ab einer Halterdauer von 14 Jahren erzielte der Index in der Vergangenheit immer einen Gewinn (Quelle: Dividendenadel).

Es ist jedoch nicht allein die Tatsache, dass dich ein langfristiger Anlagehorizont (fast) immer mit einer positiven Rendite belohnt...

Zumindest war das in der Vergangenheit so.

Es existieren zahlreiche weitere Vorteile, die für langfristiges Investieren sprechen...


Die Vorteile eines langfristigen Anlagehorizonts

1. Schwankungen (Volatilität) sind weniger entscheidend

Je länger der Anlagehorizont, desto weniger tangieren dich Kursschwankungen.

5% hoch oder runter an einem Tag, lassen sich völlig kalt...

Dies wiederrum reduziert emotional bedingte Fehlentscheidungen, also irrationale Panikverkäufe, die du in 99% aller Fälle schon nach wenigen Tagen wieder bereuen wirst.     


2. Der Einstiegszeitpunkt ist nicht mehr entscheidend 

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um eine Aktie zu kaufen

Diese Frage kann dir bei einem langfristigen Anlagehorizont grundsätzlich egal sein...

Wenn du beabsichtigst, über mehrere Jahrzehnte in ein Unternehmen zu investieren, spielt der aktuelle Kurs keine Rolle.

Beim langfristigen Investieren ist der Einstiegszeitpunkt also weniger entscheidend.  


3. Weniger Kosten 

Das Thema „Kosten“ wurde bereits ausführlich behandelt.

Die Regel, die du bereits kennst, lautet: Halte die Kosten beim Investieren so gering wie möglich.

Genau das machst du mit einem langfristigen Anlagehorizont!

Eigentlich logisch...

Wenn du nur wenige Käufe und Verkäufe pro Jahr ausführst, sind auch die Orderkosten dementsprechend gering.

#7: Streue das Risiko - Diversifikation

Über einen langen Zeitraum erfolgreich zu investieren bedeutet in der Regel immer, die richtige Mischung zwischen Rendite und Sicherheit gefunden zu haben...

In Sachen „Sicherheit“ ist vor allem ein Thema von entscheidender Bedeutung: Die Diversifikation.

Also die Verteilung des Risikos auf verschiedene Assets (Anlageklassen).

Wie wichtig Diversifikation wirklich ist, möchte ich dir anhand eines Beispiels erklären...

Stell dir vor, du besitzt ein Depot mit einem Gesamtwert von 100.000 Euro.

Im Depot enthalten ist die Aktie A.

Nun betrachten wir zwei verschiedene Szenarien...

Szenario 1: Die Aktie A macht 100% deines Depots aus. Du hast also dein gesamtes Kapital in diese eine Aktie investiert.

Szenario 2: Der Anteil der Aktie A beträgt lediglich 10% deines Depotwerts. Du hast also eine ausreichende Diversifizierung vorgenommen.

Was passiert nun mit deinem Depot, wenn Aktie A einen Verlust von 40% erleidet?

In Szenario 1 partizipiert dein gesamtes Portfolio 1:1 von diesem Verlust. Du vernichtest also 40.000 Euro mit nur einer Aktie...

Bei Szenario 2 sieht die Situation deutlich versöhnlicher aus: Der Verlust beträgt lediglich 4.000 Euro (40% von 10.000 Euro) und hält sich, im Vergleich zur Gesamtgröße des Depots, in einem erträglichen Rahmen von 4%.

Zugegeben, wenn sich die Aktie in die andere Richtung entwickelt und ein Kursplus von 40% erzielt, wirst du bei Szenario 1 überproportional profitieren...

Das Risiko einer zu geringen Diversifikation ist jedoch deutlich zu groß und sollte unbedingt vermieden werden. Gerade Aktien Einsteiger sollten sich diesen Appel unbedingt zu Herzen nehmen!

Die Diversifikation eins Depots beruht im Wesentlichen auf der Portfoliotheorie (Portfolio Selectoion) des amerikanischen Ökonomen Harry M. Markowitz.

Interessant ist allerdings, dass nicht alle populären Investoren diese Ansicht teilen...

Star-Investor Warren Buffet gibt zum Beispiel den Ratschlag, sich auf wenige ausgewählte Unternehmen zu konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren.

Man kann also sagen: Die Mischung macht’s. Diversifikation ist unbedingt notwendig, übertreiben solltest du es jedoch definitiv nicht.

#8: Investiere nur in Dinge, die du auch verstehst!

Du solltest unbedingt ausschließlich in die Dinge investieren, die du auch zu 100% verstehst!

Dies gilt nicht nur für die Finanzprodukte selbst, denn Optionsscheine, Zertifikate oder Ähnliches können enorm komplex sein...

Optionsschein

Viele Anlageprodukte sind unheimlich komplex. Hier ein Optionsschein im Beispiel (Screenshot: Consorsbank)

Sondern auch für Unternehmen, in die du investieren möchtest.

Fragen, die du zwingend beantworten können musst, bevor du Aktien eines Unternehmens kaufst, sind:

  • Ist das Geschäftsmodell transparent?
  • Ist dir klar, wie ein Unternehmen Geld verdient?
  • Verstehst du die Produkte bzw. Dienstleistungen, die ein Unternehmen anbietet?


Wie solltest du schließlich zukünftige Wachstumschancen beurteilen können, wenn dir überhaupt nicht klar ist, wie das Unternehmen funktioniert?

Nochmal: Investiere ausschließlich in Produkte und Unternehmen, die du auch verstehst!

Ein Tipp: Wenn du lernen möchtest, Unternehmen zu bewerten, kann dir der Guide "Aktienanalyse lernen" mit Sicherheit enorm weiterhelfen!

#9: Führe ein Investorentagebuch + Checkliste

Börsenerfolg beruht zu 50% auf Wissen, zu 50% auf Erfahrungen – behaupte ich jetzt einfach mal.

Du musst also früher oder später den Schritt an die Börse „wagen“ und deine eigenen Erfahrungen sammeln.

Jetzt kommt das Entscheidende...

Du kannst nur aus diesen Erfahrungen lernen, wenn du Erfolge und Misserfolge auch dokumentierst und aus diesen lernst.

Gemeint sind hier vor allem Punkte wie:

  • Gründe für den Kauf
  • Gründe für den Verkauf
  • Besondere Merkmale des Unternehmens
  • Aktuelle Marktstimmung


Konzertiere dich hier also nicht auf Fakten wie Einstiegskurs, Gewinn/Verlust oder Verkaufskurs...

Von diesen Werten wirst du wenig bis gar nichts ableiten können, wenn du Wochen oder Monate später eine Analyse deiner Anlageentscheidungen durchführst.

Konzentriere dich auf die individuellen Faktoren, die dich zu diesem Investment geführt haben und analysiere nach einiger Zeit gnadenlos, ob du die Entscheidung erfolgreich war oder nicht.

Sei dabei unbedingt kritisch mit dir selbst, denn je genauer du deine Fehler untersuchst, desto ein besserer Anleger wird aus dir!

Der Fondsmanager Guy Spider (Aquamarine Fonds) rät in seinem Buch „Lehr- und Wandeljahres eine Value Investors“ auch zu einer Checkliste, die deine individuellen Fehler aus der Vergangenheit enthält.

Heißt: Jedes Mal, wenn du einen Investment-Fehler begehst, kreierst du hierfür einen neuen Punkt auf deiner Checkliste.

Bei zukünftigen Investitionen arbeitest du diese Checkliste Punkt für Punkt ab und investierst nur dann, wenn die Anlage alle Punkte erfüllt.

#10: Lerne von den besten Investoren der Welt

Das tolle für dich als Aktien Einsteiger ist, dass du das Rad nicht neu erfinden musst!

Es gibt zahlreiche Top-Investoren, die bereits vorgemacht haben, wie erfolgreiche Geldanlage an der Börse funktioniert...

Du musst also lediglich diese Investoren „kopieren“ und von ihnen lernen, um selbst ein erfolgreicher Privatanleger zu werden.

Für nahezu jede Strategie die du umsetzen möchtest, existieren Profis, die mit Tipps, Tricks und Rat zur Seite stehen.

So zum Beispiel...

  • Warren Buffet, Charlie Munger oder Peter Lynch für das Value Investing
  • William J. O’Neil für das Growth Investing
  • Und viele mehr


Diese Investoren stellen ihr Wissen teilweise kostenlos, teilweise in tollen Büchern zur Verfügung.

Nutze die Möglichkeiten und lerne von den Besten der Börsenwelt, um dich selbst weiterzuentwickeln! 

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