Aktien kaufen – die unbezahlbare Schritt für Schritt Anleitung

Ich möchte endlich meine ersten Aktien kaufen!

Wenn so einer deiner Vorsätze für die nahe Zukunft lautet, herzlichen Glückwunsch. Du gehörst nämlich einer absoluten Minderheit in Deutschland an. Nur um die 10 Prozent der Bundesbürger investieren ihr Geld aktiv in Aktien, Fonds oder ETFsWarum?

Keine Ahnung! Wahrscheinlich sind es die vielen Vorurteile gegenüber der Börse, die bei den meisten Privatanlegern Skepsis und Misstrauen hervorrufen.

Eines ist jedoch Fakt: Wenn du endlich deine ersten Aktien kaufen möchtest (oder der erste Versuch gründlich danebenging und du dich nun genauer informieren möchtest), hast du definitiv den richtigen Entschluss gefasst.

Aktien waren und sind die beste Form der Geldanlage, um langfristig Vermögen aufzubauen...

Darum möchte ich dir in diesem sehr ausführlichen und detaillierten Beitrag Schritt für Schritt zeigen,...

  • ...wie du Aktien online kaufen kannst
  • ...welche wichtigen Vorbereitungen du unbedingt treffen solltest
  • ...wie es weitergeht, nachdem du deine ersten Aktien gekauft hast
  • ...welche Fehler du auf jeden Fall vermeiden solltest


Dieser Beitrag zeigt dir also alles, was du zum Thema „Aktien kaufen“ wissen musst und wie du typische Stolpersteine vermeiden kannst, die dich unter Umständen sehr viel Geld kosten.  


Vorüberlegung: Warum überhaupt Aktien kaufen?

Die Frage aller Fragen: Warum soll ich überhaupt Aktien kaufen?

Warum nicht lieber das Geld auf einem sicheren Tagesgeldkonto anlegen, wo es keinen Kursschwankungen ausgesetzt ist?

Ganz einfach: Die Inflation frisst Jahr für Jahr deine Ersparnisse auf. Bei 2 Prozent Inflationsrate pro Jahr verliert dein Geld still und heimlich an Kaufkraft (nicht an reellem Wert). Aus 1.000 Euro werden, dank der Inflation, im Folgejahr 980 Euro.

Wer das verhindern möchte, muss sein Geld also bei mindestens 2 Prozent Rendite anlegen. Eigentlich logisch...

Das Problem ist nur, dass aktuell keine Tagesgeldkonten existieren, die einen solchen Zinssatz versprechen. Vielmehr dümpeln diese irgendwo zwischen 0% und 0,75% umher. 

Schuld daran ist die Niedrigzinspolitik (niedriger Leitzins) der Notenbanken, die wahrscheinlich noch mehrere Jahre andauern wird.

Der Ausweg? Aktien kaufen!

Der Aktienmarkt hat in den letzten Jahrzehnten bewiesen, dass er eine solide Rendite für Privatanleger erwirtschaften kann. Je nach Indizes und Startzeitpunkt liegt diese zwischen 7% und 10%. Den besten Einblick liefert das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts.

Einzige Voraussetzung: Langfristig investieren! Aktienmärkte bewegen sich nämlich in ständigen Auf- und Abwärtstrends. Wer Aktien kaufen und diese nur wenige Monate halten möchte läuft Gefahr, diesen Trends unmittelbar ausgesetzt zu sein und eventuell einen hohen Kursverlust in Kauf nehmen zu müssen.

Ein langfristiger Anlagehorizont und Geduld sind also die obersten Tugenden an der Börse. Denn dann stimmt auch die Rendite – was Untersuchungen eindeutig belegen.

Gut, nun werden viele bemängeln: Was in der Vergangenheit funktioniert hat, muss in der Zukunft nicht zwangsläufig auch funktionieren!

Diesen Kritikern sei gesagt: Das Wirtschaftswachstum ist unendlich. Und aus diesem Grund werden auch die Aktienmärkte immer steigen. Klar kann es zu Börsencrashs und starken Abwärtsbewegungen kommen. Wer Aktien kaufen und langfristig halten möchte, kann diese jedoch getrost ignorieren.

Und die Vorurteile?

Aktien sind was für Zocker! An der Börse kannst du innerhalb von Sekunden dein gesamtes Geld verlieren! Und, und, und...

Diese Aussagen werden von Privatanlegern gestreut, die der irrigen Annahme waren, eben mal schnell Aktien kaufen und über Nacht zum Millionär werden zu können – ohne Vorbildung, ohne Strategie und ohne Plan. Und die eben aufgrund dieses Irrglaubens viel Geld verloren haben.

Damit du nicht in einigen Monaten zu diesen frustrierten Anlegern zählen musst, solltest du dir einer Tatsache bewusst sein: Wer Aktien kaufen möchte, muss sich hinsetzen und sich die wichtigsten Basics der Börse aneignen. Du musst wissen, wie du eine Anlagestrategie entwickelst, Unternehmen analysierst, ein Depot aufbaust und verwaltest oder wie du das Risiko minimierst.

Wer dazu nicht bereit ist, sollte lieber keine Aktien kaufen und sich mit den mageren Zinsen eines Tagesgeldkontos zufriedengeben – und sein hart verdientes Geld der Inflation ohne Gegenwehr überlassen.

An der Börse wird dir nichts geschenkt. Wer eine gute Rendite erwartet, muss auch bereit sein, Zeit zu investieren und dafür zu arbeiten.

          


Schritt für Schritt Anleitung: Aktien kaufen leichtgemacht

Egal, ob du aktiv oder passiv investieren möchtest, der Einstieg an der Börse bzw. der Ablauf eines Aktienkaufs ist immer derselbe.

Aus diesem Grund erwartet dich in diesem Praxisteil des Beitrags ein einfaches 5-Schritte-Tutorial, das du Punkt für Punkt durcharbeiten kannst, bevor du deine ersten Aktien kaufen wirst.


Schritt 1: Finanzen analysieren

Lange, bevor du dir Gedanken darüber machst, welche Aktien den Weg in dein Depot finden, solltest du dich mit deiner finanziellen Situation auseinandersetzen. Ein Schritt, den leider sehr viele Privatanleger vernachlässigen.

Warum ist es so wichtig, seine Finanzen genau zu kennen, wenn man Aktien kaufen und an der Börse investieren möchte?

Ganz einfach: Auch, wenn Aktien in der Regel eine langfristig positive Rendite erwirtschaften, besteht doch die Chance hoher kurzfristiger Verluste. Genau diese kurzfristigen Verluste können dir gefährlich werden, wenn du deine Finanzen nicht genau kennst und dein Geld falsch investierst.

Ein einfaches Beispiel hierzu...

Du hast dich dafür entschieden, dein Geld nicht mehr bei mageren 0,5% Zinsen auf dem Tagesgeldkonto „versauern“ zu lassen. Stattdessen möchtest du Aktien kaufen, um von einer höheren Rendite profitieren zu können.

Ohne genau zu überlegen investierst du dein gesamtes Sparguthaben in Aktien und Fonds.

Dummerweise korrigieren die Märkte kurze Zeit nach deinem Einstieg und es geht 20% abwärts. Eigentlich kein Problem für Anleger, die eine langfristige Anlagestrategie besitzen und solche kurzzeitigen Abwärtsbewegungen problemlos aussitzen.

Doch dann kommt es, wie es kommen muss: Auf dem Weg zur Arbeit gibt dein Auto den Geist auf. Motorschaden.

Die ernüchternde Prognose: Ein neues Auto muss her...

Da du deine Sparreserven bis auf den letzten Cent an der Börse investiert hast, bist du nun gezwungen, deine Aktien zu verkaufen. Und das bei einem Verlust von 20 Prozent!

Natürlich ist das ein sehr plattes Beispiel, das dir dennoch vor Augen führt, wie wichtig es ist, die eigenen Finanzen genau zu analysieren, bevor die ersten Aktienkäufe getätigt werden.

Bevor du an der Börse aktiv wirst, solltest du also zunächst deine Finanzen nach folgendem Muster überprüfen:

  1. Sparguthaben checken und alle Verbindlichkeiten abziehen. Das Ergebnis, das du hier erhältst ist theoretisch die Summe, die du in Aktien investieren kannst. Sozusagen dein „freies“ Investmentkapital.
  2. Notgroschen bilden. Und zwar für genau solche Szenarien wie oben beschrieben. Es muss nicht immer das defekte Auto sein. Die unvorhergesehenen „Kostenfresser“ im Alltag sind sehr unterschiedlich. Drei bis vier Monatsgehälter sind ein solides Polster, auf das du keinesfalls verzichten solltest.


Wenn du diese beiden Punkte beherzigst, bist du deutlich besser auf deinen ersten Aktienkauf vorbereitet als die meisten Privatanleger.

Investiere also an der Börse nur das Kapital, das frei und ungebunden ist. Du solltest nur Aktien kaufen mit Geld, das du theoretisch komplett verlieren könntest, ohne vor finanzielle Probleme gestellt zu werden.

Achtung: Auf keinen Fall solltest du einen Kredit aufnehmen, um Investitionskapital zu beschaffen!!!


Schritt 2: Anlageziele definieren und Strategie entwickeln

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass kein Profisportler einen Trainingsplan entwickelt, ohne auf ein konkretes Ziel hinzuarbeiten? Wie auch. Ohne zu wissen, auf welches Ziel er sich vorbereitet, kann er keine maßgeschneiderten Übungen durchlaufen.

Genauso solltest du auch deinen Einstieg an der Börse betrachten.

Aktien kaufen ohne Plan, ohne konkretes Ziel, führt langfristig nicht zum Erfolg. 

Das bedeutet: Bevor du deinen ersten Aktien kaufst, solltest du deine Anlageziele definieren und daraus eine Strategie erarbeiten.

Beantworte hierzu folgende Fragen:

1. Langfristiges Ziel

Welches Ziel verfolge ich mit meiner Geldanlage? Absicherung des Lebensabends, die Erfüllung eines großen Traums zum Renteneintritt oder die Vorsorge für die Kinder?

2. Risikobereitschaft

Welches Risiko bin ich bereit einzugehen? Aktien unterliegen Kursschwanken und sind grundsätzlich als risikoreiche Geldanlage anzusehen.

Aber auch hier gibt es Unterschiede. Aktien eines neuen Technologieunternehmens zu kaufen ist deutlich riskanter als Aktien eines Lebensmittelherstellers, der sich bereits seit vielen Jahrzehnten am Markt behaupten kann.

Auf der anderen Seite unterscheiden sich selbstverständlich auch die Renditeerwartungen. Mehr Sicherheit bedeutet weniger Rendite und umgekehrt. Dies Phänomen beschreibt die nachfolgende Grafik...

Je nachdem, in welche Richtung du deinen persönlichen Regler verschiebst, leidet eine der beiden Seiten. 

Aktien kaufen - Renditeregler


3. Persönlicher Rendite

Welche Rendite erhoffst du dir im Jahresdurchschnitt? Ein sehr wichtiger Punkt, den du auf jeden Fall definieren solltest. Zum einen, um deine Performance zu messen. Zum anderen, um einen Ansporn zu haben, stetig besser zu werden.

Auch die Faktoren „Zeitaufwand“ und „Vorbildung“ spielen beim Investieren an der Börse eine sehr wichtige Rolle.

Dies führt uns unmittelbar zur nächsten Überlegung: Aktiv oder passiv?   


Aktiv oder passiv?

Aktien kaufen als aktiver oder passiver Investor?

Welche von beiden Alternativen ist die Bessere für dich und was bedeutet das überhaupt?

Als Privatanleger stehen dir unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, um an der Börse zu investieren.

Du kannst zum einen eigenständig Unternehmen analysieren und im Anschluss deren Aktien kaufen (aktiv) oder du entscheidest dich dafür, diesen Prozess jemand anderem zu überlassen (passiv).

Neben den klassischen Investmentfonds, die durch einen Fondsmanager verwaltet werden, sind auch ETFs, die von einem Computer gemanagt werden, ein hervorragendes Mittel für Privatanleger, um von der langfristigen Steigung an der Börse zu profitieren.

Beide Anlagemethoden haben ihre Vor- und Nachteile.

Wer aktiv Aktien kaufen möchte, muss sich darüber im Klaren sein, dass ein sehr hoher Zeitaufwand und einiges an Fachwissen nötig ist, um erfolgreich zu sein. Essenzielle ist die Fähigkeit, gute von schlechten Unternehmen unterscheiden zu können. Diese Fähigkeit lässt sich nur aneignen, indem du die Grundlagen der Unternehmensanalyse verinnerlichst und beherrschst (dazu später mehr).

Wer über wenig Zeit verfügt, kann sich diese Arbeit von einem Fondsmanager abnehmen lassen.

Einfach ausgedrückt: Du überlässt einem Fonds und somit dem Fondsmanager dein Geld, damit er es für dich an der Börse anlegen kann. Dabei unterscheiden sich die Strategien der Fonds voneinander, sodass du genau den auswählen kannst, der am besten zu deinen Vorstellungen passt.

Oder noch einfacher: Du investierst in computergesteuerte ETFs, die lediglich einen Index, beispielsweise den DAX abbilden. Steigt der DAX, steigt auch der ETF.  

Unabhängig ob Fond oder ETF: Beim passiven Investieren fallen jährliche Gebühren an, die beim aktiven Investieren nicht vorhanden sind. Eigentlich logisch, denn ein Fondsmanager wird garantiert nicht umsonst für dich arbeiten. Du tauschst also Zeit gegen Geld...

Eine Hilfe bei der Beantwortung der Frage „Aktiv oder passiv“ liefert vielleicht nachfolgende Grafik... 

Aktien kaufen Aktiv oder passiv Prüfschema


Unabhängig davon, ob du dich für eine aktive oder passive Anlagemethode entscheidest (selbstverständlich lassen sich auch beide kombinieren), kannst du verschiedene Strategien umsetzen.

Sowohl aktiv wie auch passiv kannst du die Dividendenstrategie, eine Value Strategie oder eine Growth Strategie gestalten. Du entscheidest dich an diese Stelle also lediglich für die Art und Weise des Investierens.

 

Schritt 3: Depot eröffnen

Nachdem du deinen Finanzstatus genau analysiert und eine Anlagestrategie definiert hast, musst du dich im nächsten Schritt mit dem Thema „Aktiendepot“ auseinandersetzen.

Das Aktiendepot ist deine Schnittstelle zwischen deinem Anlagekapital und der Börse. Hier werden alle Transaktionen ausgeführt und deine Wertpapiere gelagert.

Das Depot eröffnest du wahlweise bei deiner Hausbank oder bei einer Online-Direktbank. Letztere ist vor allem aufgrund ihrer geringen Kosten zu empfehlen. In punkto Sicherheit und Einlagensicherung sind nahezu keine Unterschiede festzustellen.

Bevor du nun jedoch bei der nächstbesten Bank ein Wertpapierdepot eröffnest, solltest du zunächst einen ausführlichen Depot-Test durchführen und die einzelnen Angebot untereinander vergleichen.

Diese Arbeit lässt sich, dank der vielen übersichtlichen Vergleichsportale, schnell und einfach durchführen. Einen sehr guten Vergleich bietet Focus Money. Noch detaillierte Informationen erhältst du durch die Preis- und Leistungsverzeichnisse der Broker.  

Auf diese Kosten solltest du bei deiner Brokerwahl auf jeden Fall achten:

1. Depotgebühren

Kaum zu glauben aber wahr: Es existieren immer noch Banken, die Depotführungsgebühren verlangen. Es fallen also jährliche Gebühren an, unabhängig davon, ob sich überhaupt Aktien im Depot befinden oder nicht.

Diese Gebühren, die sich teilweise auf bis zu 50 Euro pro Jahr belaufen, solltest du auf jeden Fall vermeiden!


2. Ordergebühren

Wer Aktien kaufen oder verkaufen möchte, muss sich darüber im Klaren sein, dass jeder Auftrag eine Provision für die Bank nach sich zieht.

Dabei sind die Gebührenmodelle sehr unterschiedlich. Während viele Banken einen Festpreis pro Auftrag verlangen (egal, wie hoch das Volumen ist), rechnen andere wiederum mit einem prozentualen Anteil des Ordervolumens ab.

Wer also kleinere Beträge handelt, sollte nachrechnen, mit welchem Modell er günstiger fährt. Eine Antwort liefern hier die bereits angesprochenen Vergleichsrechner.


3. Kosten bei Limit-Orders

Aktienkäufe und Verkäufe können mit einem sogenannten Limit ausgeführt werden. Heißt: Du legst fest, bei welchem Kurs deine Order aktiv platziert wird. Dies kann viele Vorteile haben, die bereits in diesem Blogbeitrag beschrieben wurden.

Wichtig an dieser Stelle: Viele Broker verlangen für solche Limit-Orders zusätzliche Gebühren.

Ebenfalls ein Kostenpunkt, den du definitiv umgehen solltest!   


4. Gebührenfreie Dividendenzahlung

Es gibt sehr viele Unternehmen, die ihre Aktionäre in Form von Dividendenzahlungen an den jährlichen Gewinnen teilhaben lassen. Besitzt du Aktien dieser Unternehmen am Tag der Hauptversammlung, werden die Dividenden binnen der folgenden Werktage auf deinem Konto gutgeschrieben.

Es gibt Broker, die für die Gutschrift dieser Dividenden eine Gebühr verlangen. Üblich ist das jedoch nicht.

Entscheide dich auf jeden Fall für einen Broker, der keine Gebühren für Dividendenzahlungen erhebt.

Nachfolgend die meiner Meinung nach besten Broker für Privatanleger in der Übersicht...

Die Brokerübersicht


Tipp: Der ein oder andere Broker bietet einen Einblick in sein Aktiendepot in Form eines Demokontos. Hierzu gehören zum Beispiel die Consorsbank oder Maxblue.


Schritt 4: Der Aktienkauf – das erste Mal Aktien kaufen

Wenn die Anlagestrategie definiert ist und du dich für ein Depot entschieden hast, wird es langsam ernst...

Der erste Aktienkauf steht vor der Tür!

Wie immer gilt: Spring nicht ins kalte Wasser und informiere dich genau, was bei deinem ersten Aktienkauf auf dich zukommen wird. Du wirst auf viele verschiedene Fachbegriffe und Auswahlmöglichkeiten treffen, die einen blutigen Anfänger schnell überfordern können.

Aus diesem Grund möchte ich dir hier die wichtigsten dieser Begriffe vorstellen:

1. Handelsplatz

Nachdem du dich für eine Aktie entschieden hast, die du kaufen möchtest, wird dich dein Broker nach dem gewünschten Handelsplatz fragen, an dem dein Auftrag platziert werden soll.

Wichtig ist zu wissen, dass alle Handelsplätze Vor- und Nachteile haben, die vor allem vom Ordervolumen abhängig sind. Das bedeutet: Ein Handelsplatz, der für große Aufträge sehr gut geeignet ist, kann für kleinere Aufträge nicht die richtige Wahl sein.

In Deutschland hast du die Wahl zwischen dem vollautomatisierten XETRA-Handelssystem, sowie Regionalbörsen (Frankfurt, Stuttgart, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, etc.). Auch der äußerbörsliche Direkthandel erfreut sich immer größerer Beliebtheit und ist vor allem für kleinere Aufträge sehr gut geeignet.

Welcher Handelsplatz nun der günstigste für dich ist, wenn du deine ersten Aktien kaufen möchtest, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wie gesagt: Entscheidend ist vor allem das Handelsvolumen.

Grund hierfür sind weitere Kosten die, zusätzlich zur Gebühr die dein Broker erhebt, bei einem Aktienkauf bzw. –verkauf auf dich zukommen können. Das sind vor allem die Maklercourtag und die Börsengebühren, welche von Handelsplatz zu Handelsplatz stark variieren.

Da zusätzliche Gebühren meist prozentual abgerechnet werden gilt: Je größer dein Auftrag, desto höher sind auch die variablen Zusatzkosten.

Ein Tipp: Beim Direkthandel fallen diese variablen Zusatzgebühren nicht an. Hier vermittelt die Bank nämlich direkt zwischen einem Kauf- und einem Verkaufsinteressenten. Die Handelsplätze, über die der Direkthandel möglich ist, sind Tradegate oder Lang & Schwarz.

Du solltest jedoch nur während der Öffnungszeiten von XETRA über den Direkthandel Aktien kaufen oder verkaufen. Andernfalls ist kein Referenzkurs vorhanden und dein erzielter Preis könnte unter Umständen sehr schlecht sein.

Ein weiterer, sehr wichtiger Faktor beim Aktien kaufen ist der sogenannte Spread, also der Preisunterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs. In der Regel beläuft sich dieser auf 0,1% - 0,2%. Bei wenig gehandelten Wertpapieren oder außerhalb der Börsenzeiten kann der Spread jedoch auch deutlich über einem Prozent liegen.

Fassen wir nochmal zusammen:

  1. Beim Aktienkauf musst du dich im ersten Schritt für einen Handelsplatz entscheiden. 
  2. Alle Handelsplätze besitzen verschiedene Kostenmodelle. 
  3. Informiere dich vor deiner Transaktion genau, welcher Handelsplatz für dein Ordervolumen der günstigste ist. 
  4. ​Außerdem solltest du darauf achten, dass der Spread nicht zu hoch ist. 


Die gute Nachricht: Die meisten Broker stellen dir das Kostenmodell des jeweiligen Handelsplatzes in deinem Kauf- bzw. Verkaufsmenü zur Verfügung, sodass du alle Kosten schnelle erfassen kannst.


2. Ordertyp 

Nachdem du dich für einen Handelsplatz entschieden hast, musst du im nächsten Schritt deinen Ordertyp wählen.

Auch hier hast du die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Alternativen. So kannst du zum Beispiel festlegen, dass dein Auftrag schnellstmöglich zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt wird (Market Order) oder aber erst wenn der Aktienkurs einen bestimmten Wert erreicht (Limit Order).

Eine ausführliche Erklärung der Ordertypen findest du im Blogbeitrag Wie kauft man Aktien.


3. Finanztip.de erklärt den Kauf im Detail  

Die Online-Plattform Finanztip.de hat sich die Mühe gemacht, den Ablauf des Aktienkaufs in den Masken der bekanntesten Online-Broker übersichtlich darzustellen. Entstanden sind wirklich tolle PDFs, die ich jedem Börsenanfänger wärmsten empfehlen kann.

In der nachfolgenden Tabelle findest du die Links zum jeweiligen Finanztip.de-PDF (Stand: 21. Juli 2016, du wirst auf finanztip.de weitergeleitet).

Broker

  Finanztip.de PDF

Flatex

Comdirect

ING-DiBa

Maxblue

 


Schritt 5: Endlich geschafft – wie geht es nun weiter?

Endlich geschafft!

Die erste Aktie ist gekauft und befindet sich nun in deinem Depot. Doch wie geht es nun weiter? Welche Arbeiten fallen nach dem eigentlichen Aktienkauf an?

Nun beginnt das Management deines Depots. Schließlich soll die erste Aktie, die du gekauft hast, nicht die Letzte sein, sondern es sollen noch viele weitere folgen.

Du solltest jedoch nicht blind verschiedene Aktien auswählen, sondern mit Sinn und Verstand ein Depot zusammenstellen, das Sicherheit und Rendite garantiert – abhängig von deinem persönlichen Profil.

Wie machst du das?

Das Zauberwort lautet Diversifikation oder Asset Allocation.

Du solltest darauf achten, dass du dein Kapital gleichmäßig auf verschiedene Branchen, Länder und Anlageprodukte verteilst. So vermeidest du eine zu große Abhängigkeit von einzelnen Bereichen und eine Klumpenbildung in deinem Depot.

Wie genau du in Sachen Diversifikation vorgehst, erfährst du in diesem ausführlichen Artikel.

Und noch eine Sache bleibt zu tun...

Du solltest festlegen, was mit zukünftigen Gewinnen und Dividendenzahlungen passieren soll. Dies wiederum ist abhängig von deiner persönlichen Anlagestrategie.

Anleger, die sich durch ein Depot eine passive Einkommensquelle aufbauen möchten, werden wahrscheinlich die Erträge eines Depots abführen. Anleger, die das Depot als Altersvorsorge sehen, werden wahrscheinlich reinvestieren.

Beide Alternativen sind durchaus legitim. Du solltest jedoch niemals vergessen, dass eine langfristig orientierte Anlagestrategie und reinvestierte Erträge zu einem maximalen Zinseszinseffekt führen und den Wert deines Depots unglaublich ansteigen lassen können.

Den Beweis liefern nachfolgende Grafiken...

Keine Reinvestition
Reinvestition


Zwei beinahe identische Szenarien. Nur, dass im oberen Fall Erträge nicht reinvestiert werden, im unteren Fall hingegen schon. Dadurch kommt der Zinseszinseffekt zum Tragen, was nach 40 Jahren zu einem Unterschiede von knapp 230.000 Euro führt.  


Wie finde ich überhaupt passende Aktien?

Zum Abschluss dieses Blogbeitrags möchte ich mich mit einer extrem wichtigen Frage beschäftigen, über die man wahrscheinlich mehrere Tage referieren könnte...

Aktien kaufen schön und gut aber wie finde ich überhaupt die passenden Aktien?

Die ernüchternde Antwort: Hängt davon ab bzw. kann man nicht pauschal sagen...

Niemand wird diese Frage abschließend beantworten können, denn die Aktienauswahl ist von Anleger zu Anleger verschieden.

Im Dschungel der Aktienanalyse und Unternehmensbewertung würde ich jedoch gerade Neueinsteigern und unerfahren Privatanleger immer einen Ratschlag mit auf den Weg geben: Konzertiere dich auch Qualität!

Qualität heißt in diesem Zusammenhang: Investiere in Unternehmen, die seit vielen Jahren bewiesen haben, dass sie ein funktionierendes Geschäftsmodell besitzen, dass sie ein fähiges Management haben und das sie ihren Konkurrenten immer einen Schritt voraus sind.

All diese Qualitätsmerkmale spiegeln sich in zuverlässigem Gewinn- und Umsatzwachstum wieder, welche schlussendlich die langfristigen Wachstumstreiber an der Börse sind.

Der rock-die-boerse.de Weg bei der Aktienauswahl, den ich dir gerade zu Beginn empfehlen kann, sieht wie folgt aus...


1. Burggräben suchen und finden

Suche gezielt nach Unternehmen, die aufgebaut sind wie eine uneinnehmbare Festung im Mittelalter – hohe Mauern und ein breiter Burggraben.

Der Begriff Burggraben ist selbstverständlich metaphorisch zu sehen (ein Vergleich, der von Warren Buffet ins Leben gerufen wurde), erfüllt jedoch denselben Zweck wie vor vielen hundert Jahren: Er soll das Unternehmen vor feindlichen Angriffen schützen und das Bestehen des Unternehmens sichern.

Burggräben in der Moderne können sein: starke Markennamen, Patente, Netzwerk-Effekte und vieles mehr.

Einen ausführlichen Artikel zu Burggräben findest du hier.


2. Das Management untersuchen

Jedes Unternehmen sollte ein fähiges Management besitzen, denn es sind nur wenige Köpfe, welche die Zukunft erheblich beeinflussen. Folglich sollte ein Unternehmen auch nur von den besten Managern kontrolliert werden.

Ein wichtiger Punkt bei der Unternehmensanalyse ist es also, auch einen Blick hinter die Kulissen der Führungsetage zu werfen. Wie genau du das anstellen kannst, erfährst du in diesem Blogbeitrag.


3. Das Umfeld untersuchen – SWOT

Auch die Umfeld-Analyse ist ein zentraler Punkt der Unternehmensbewertung, die du auf keinen Fall vernachlässigen solltest.

Kann der gesellschaftliche Wandel dem Unternehmen gefährlich werden?

Kann das Unternehmen den technischen Fortschritt nutzen?

Gibt es noch unerschlossene Märkte, die weiteres Wachstum ermöglichen?

Mit genau diesen Fragen beschäftigt sich die sogenannten SWOT-Analyse (Strengths, Weaknesses, Oppertunities, Threats).

Eine solche SWOT-Analyse erfordert viel Zeit und Arbeit, liefert dir aber im Anschluss Erkenntnisse, die dir einen unglaublichen Vorteil bei deiner Entscheidungsfindung einbringen. Verzichte also nicht darauf!

Wie du eine SWOT-Analyse erstellst und im Anschluss interpretierst, erfährst du hier. Außerdem habe ich ein Muster am Beispiel Starbucks erstellt, das du hier findest. 


4. Zahlen lügen nicht

Zu guter Letzt gilt es, die Bilanzen und Kennzahlen eines Unternehmens auf Herz und Nieren zu prüfen.

Achte hierbei vor allem auf folgende Punkte:

  1. Konnte das Unternehmen Umsatz und Gewinn zuverlässig steigern?
  2. Steht das Unternehmen finanziell auf eigenen Beinen oder ist der Verschuldungsgrad sehr hoch?
  3. Ist die Dividenden zuverlässig und wird diese regelmäßig erhöht?


Selbstverständlich gibt es zahlreiche weitere Merkmale, die eine „gesunde“ Bilanz aufweisen sollte.

Welche das sind? Die Blogserie „Aktienanalyse für Einsteiger“ verrät es dir...


Zusammenfassung   

Es gibt nicht den einen, den einzig richtigen Weg, um passende Unternehmen zu finden.

Vielmehr sollte sich jeder Anleger Gedanken darüber machen, welche Unternehmen zu seiner persönlichen Anlagestrategie passen.

Oftmals sagt bereits der einfache Menschenverstand, ob ein Unternehmen zur individuellen Strategie passt oder eben nicht. Das Tech-Start-Up mit einem noch nicht etablierten Produkt, das komplett fremdfinanziert ist, wird wahrscheinlich nicht zu einem Anleger passen, der vor allem Sicherheit im Fokus hat.

Ein „Lebensmittel-Dino“, der bereits seit vielen Jahrzehnten existiert, nahezu alle Märkte erschlossen hat und nur noch sehr langsam wächst wird wahrscheinlich nicht zu einem Anleger passen, der vor allem eine hohe Rendite erwartet.

Du siehst, dass es im ersten Schritt bereits genügt, den eigentlichen Unternehmenscharakter zu erfassen, um eine schnelle Pro- oder Contra-Entscheidung zu fällen.

Im zweiten Schritt, der sich mit der eigentlichen Unternehmensqualität beschäftigt, solltest du dich an den oben dargelegten Schritten orientieren, um die Gewinner von den Verlierern unterscheiden zu können.

Wichtig ist nur: Trau dich! Aktien kaufen und Unternehmen bewerten ist nicht so schwer, wie du vielleicht denkst!

Aktien kaufen Infografik

Möchtest du diese Infografik auf deiner Website verwenden? Gerne! Kopiere den nachfolgenden Code unverändert und füge diesen auf deiner Website ein: 

<a href="https://www.rock-die-boerse.de/aktien-kaufen-anleitung"><img class="alignnone wp-image-6626 size-full" src="https://www.rock-die-boerse.de/wp-content/uploads/2018/03/Aktien-kaufen-Infografik.jpg" alt="Aktien kaufen Infografik" width="1000" height="1545" /></a>


Vermeide diese fatalen Fehler auf jeden Fall

Als letztes „Schmankerl“ und zugleich Abschluss dieses Beitrags möchte ich dich noch vor den wahrscheinlich größten Börsenfehlern warnen, die schon viele Privatanleger vor dir viel Geld gekostet haben.

Wenn du diese Fehler kennst und versuchst zu vermeiden, bleibt dir also viel Lehrgeld erspart...


Fehler 1: Keine Demut zeigen

Du wirst niemals in der Lage sein, die Bewegung der Märkte vorauszusagen. Keiner kann das. Freue dich über Gewinne, aber nehme niemals für dich in Anspruch, den „Schlüssel“ der Märkte gefunden zu haben.

Übe dich in Demut, denn an der Börse gilt das Gleiche wie auch im Leben: Hochmut kommt vor dem Fall.


Fehler 2: Nicht langfristig denken

Wer eine kurzfristige Anlagestrategie verfolgt, wird von den ständigen Auf- und Ab-bewegungen an der Börse sinnbildlich umhergeschleudert. Dies führt zwangsläufig zu emotionsbedingten Fehlentscheidungen, die im schlimmsten Fall zum Totalverlust führen können.

Denke langfristig, in Jahren oder sogar in Jahrzehnten, denn dann kannst du diesen Auf- und Abbewegungen entspannt gegenübertreten und rationale Entscheidungen treffen.

Die besten Investoren der Welt, unter anderem Warren Buffet, Peter Lynch oder André Kostolany haben bereits bewiesen, dass es nur auf diese Weise funktionieren kann.


Fehler 3: Investieren ohne Bildung

Dieser Beitrag besitzt über 4.000 Wörter und behandelt gerade einmal die rudimentären Grundlagen der Börse.

Ich hoffe du erkennst, dass die Informationen dieses Beitrags noch lange nicht ausreichen, um einen erfolgreichen Privatanleger aus dir zu machen.

Das Fundament für Börsenerfolg ist Bildung. Beim Aktien kaufen ist es wie auch in allen anderen Bereichen des Lebens: Wenn du erfolgreich sein möchtest, musst du bereit sein, etwas dafür zu tun. Je mehr Zeit und Fleiß du in deine Bildung investierst, desto besser wird auch deine Rendite an der Börse ausfallen...


Fehler 4: Investieren ohne Plan

Ich habe dir bereits zu Beginn dieses Artikels verdeutlicht, wie wichtig es ist, eine individuelle Anlagestrategie zu besitzen. Eine Strategie, die im Einklang mit deinen Zielen und Erwartungen steht.

Nur mit einer solchen Strategie wirst du in der Lage sein, typische Fehler zu vermeiden. Fehler, die vor allem von unvorbereiteten Anlegern aus Panik, Angst oder Gier gemacht werden, wenn die Märkte verrücktspielen.

Gehöre nicht dazu!

Bereite dich vor, entwickle eine Strategie und befolge diese bedingungslos!


Fehler 5: Die eigene Finanzkraft überschätzen

Wahrscheinlich kein Fehler wird so häufig gemacht wie dieser...

Sehr viele Privatanleger investieren mit Geld, das ihnen entweder gar nicht gehört oder das schon bald an anderer Stelle dringend benötigt wird. Dadurch werden sie zum Verkauf von Aktien zu einem möglicherweise ungünstigen Zeitpunkt gezwungen und machen häufig große Verluste.

Also: Finanzen analysieren, Budget ermitteln und erst dann Aktien kaufen und investieren!

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