Was ist die Anlagenintensität?

Anlagenintensität - Definition & Erklärung

Die Anlagenintensität setzt das Anlagevermögen und das Gesamtvermögen ins Verhältnis. Die Kennzahl gibt also an, wie hoch der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen eines Unternehmens ist. 

Dabei gilt: Grundsätzlich erscheint eine hohe Anlagenintensität als gutes Zeichen, da diese den Anschein von einer gesunden Finanzstruktur erweckt. Tatsächlich handelt es sich beim Anlagevermögen jedoch um langfristig gebundenes Kapital. Durch eine hohe Anlagenintensität verliert ein Unternehmen also die Möglichkeit, schnelle Investitionen tätigen zu können, um auf Veränderungen des Gesamtmarkts zu reagieren.    

Auf der anderen Seite wird eine höhere Anlagenintensität die Aufnahme von Fremdkapital deutlich vereinfachen.

Anzustreben ist also eine Anlagenintensität im mittleren Prozentbereich. 

Berechnung der Anlageintensität

Die Anlagenintensität wird berechnet, indem das Gesamtvermögen durch das Anlagevermögen dividiert wird. Es ergibt sich also folgende Formel:

Anlagenintensität Formel Berechnung

Interpretation der Anlagenintensität

Die Anlagenintensität ist sehr stark branchenabhängig. Ein Bauunternehmen wird hier in der Regel einen deutlich höheren Wert erreichen als beispielsweise ein Softwareunternehmen, da Baumaschinen zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs benötigt werden. Bei einer korrekten Interpretation der Anlagenintensität ist ein Branchenvergleich daher unerlässlich. 

Bei einer hohen Anlagenintensität gilt es zu beachten, dass unter Umständen auch hohe Fixkosten durch Abschreibungen, Wartungen oder Betriebskosten anfallen werden. 

Eine sehr niedriges Anlagenintensität könnte hingegen darauf hindeuten, dass veraltete Gebäude und Maschinen im Unternehmen vorhanden sind, die bereits vollständig abgeschrieben wurden.    

Die Anlagenintensität kann durch verschiedene Finanzierungsformen, wie beispielsweise Leasing-Verträge, erheblich verfälscht werden. Das so gebildete Kapital wird nämlich nicht im Anlagevermögen ausgewiesen.

Tatsächlich können hohe Leasing-Kosten jedoch die Flexibilität eines Unternehmens erheblich einschränken. 

Ein Blick auf die Eigenkapitalquote könnte also sinnvoll sein.