Was ist der Ausgabeaufschlag?

Ausgabeaufschlag - Definition

Beim Ausgabeaufschlag, im Fachjargon auch Agio genannt, handelt es sich um eine einmalige Gebühr, die beim Kauf von Fondsanteilen fällig wird. Er soll die Beratungskosten decken und geht daher an den Fondsvermittler. 

Der Ausgabeaufschlag wird als Prozentwert angegeben und von der Kapitalgesellschaft, also dem Emittent des Fonds, festgesetzt. Die Höhe des Ausgabeaufschlags kann sehr stark variieren. Er liegt in der Regel zwischen 0% bis 8%. Interessante Statistik: In Deutschland liegt die durchschnittliche Gebühr bei mehr als der Hälfte der Fonds über 5%.

Bei computergesteuerten Fonds, sogenannten ETFs, fällt kein Ausgabeaufschlag an.

Die exakte Höhe des Ausgabeaufschlags muss im Fondsprospekt genannt werden. 


Ausgabeaufschlag berechnen

Der Ausgabeaufschlag wird als Prozentzahl angegeben. Diese Wert wird bei einem Kauf eines Fonds direkt über die Fondsgesellschaft zum aktuellen Preis hinzuaddiert.  

Ein Beispiel: Kostet ein Fondsanteil aktuelle 100 Euro und liegt der Ausgabeaufschlag bei 5%, belaufen sich die tatsächlichen Kosten für den Erwerb eines Fondsanteils auf 105 Euro.


Achtung: Ausgabeaufschlag vermeiden!

Der Ausgabeaufschlag ist als Entschädigung bzw. Gebühr für die Beratung des Fondsvermittlers zu sehen. Das ist in der Regel eine Bank.

Dank der heutigen Vielfalt an Direktbanken, die keine solche Beratung anbieten, sondern den Privatanleger beim Kauf eines Fonds "sich selbst überlassen", wird auf den Ausgabeaufschlag häufig ein Rabatt angeboten. Dieser Rabatt kann bis zu 100% betragen. 

Sparer sollten also, insbesondere bei Fonds-Sparplänen, unbedingt darauf achten, den Ausgabeaufschlag so gering wie möglich zu halten und im Idealfall einen maximalen Rabatt in Anspruch nehmen. Hohe Ausgabeaufschläge können die tatsächliche Rendite bei der langfristigen Geldanlage nämlich erheblich schmälern, was nachfolgende Grafik beweist...   

Ausgabeaufschlag im Vergleich

Privatanleger sollten sich unbedingt der Tatsache bewusst sein, dass der Ausgabeaufschlag gleich zweifach negativ wirkt: 

  1. Er wird in bar beim Kauf von Fondsanteilen fällig
  2. Er schmälert die Rendite, da das für die Gebühr entrichtete Kapital nicht im Anlagevolumen "arbeitet" und dadurch der Zinseszinseffekt geschmälert wird.