Was ist die Eigenkapitalquote?

Eigenkapitalquote - Definition

Die Eigenkapitalquote setzt das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital. Sie zeigt also auf, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am gesamten Unternehmen ist. 

Dabei gilt: Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto besser. Unternehmen, die eine hohe Eigenkapitalquote besitzen, sind weniger abhängig von Fremdkapitalgebern und erreichen in der Regel eine bessere Kreditwürdigkeit. Auf der anderen Seite verringert eine hohe Eigenkapitalquote die Eigenkapitalrentabilität.

Das Eigenkapital umfasst gem. §266 Abs. 3A HGB folgende Punkte der Bilanz:

  • Gezeichnetes Kapital
  • Kapitalrücklagen 
  • Gewinnrücklagen
  • Gewinnvortrag / Verlustvortrag
  • Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag

Berechnung der Eigenkapitalquote

Mit folgender Formel lässt sich die Eigenkapitalquote berechnen:

Eigenkapitalquote Berechnung

Ein Beispiel: Die Bilanz eines Unternehmens weist zum 31. Dezember ein Eigenkapital in Höhe von 5 Mio. Euro, sowie ein Gesamtkapital in Höhe von 30 Mio. Euro aus. Demnach ergibt sich zur Berechnung der Eigenkapitalquote die Rechnung 5 Mio. Euro / 30 Mio. Euro = 16,67%

Der Anteil des Eigenkapitals vom Gesamtkapital beläuft sich bei diesem Unternehmen folglich auf 16,67%.

​​​​Interpretation der Eigenkapitalquote

Die durchschnittliche Eigenkapitalquote deutscher Aktiengesellschaft liegt gem. einer Untersuchung des Deutschen Aktieninstituts zwischen 20% - 30%. 

Die Vorteile einer hohen Eigenkapitalquote liegen auf der Hand...

  1. Gute Kreditwürdigkeit: Unternehmen, die eine hohe Eigenkapitalquote aufweise, besitzen im Umkehrschluss eine geringe Verschuldung. Daraus resultiert eines sehr gute Bonität, was sich positiv auf die Kreditvergabe auswirken kann.
  2. Verlustpuffer: Verlustreiche Jahre können mit einer hohen Eigenkapitalquote deutlich besser aufgefangen werden. 
  3. Schnelle Liquidität: Gerade in verlustreichen Jahren kann eine schnelle Liquidität viel Wert sein. So können unter Umständen Bankkredite vermieden werden, die Zins- und Tilgungszahlungen nach sich ziehen und die zukünftige Rendite erheblich schmälern.


Achtung: Mit einem zunehmenden Anstieg der Eigenkapitalquote sinkt die Eigenkapitalrentabilität - Stichwort Leverage Effekt. Dies mag auf den ersten Blick als negativ empfunden werden, ist es jedoch keineswegs. Eine geringe Eigenkapitalrendite aufgrund einer hohen Eigenkapitalquote ist keineswegs ein Minuspunkt.