Was ist ein IPO?

IPO: Definition

IPO klingt zunächst nach einer weiteren, mystischen und geheimnisvollen Abkürzung der Finanzmärkte. Dabei versteckt sich hinter dem Begriff IPO eine sehr simple Sache: der Börsengang einer Firma. Oder anders ausgedrückt, die Gründung einer Aktiengesellschaft (AG).

Die Abkürzung IPO steht für „Initial Public Offering“, was wörtlich in das Deutsche übersetzt „Erstes öffentliches Angebot“ bedeutet. Dies bezieht sich auf die Tatsache, dass im Rahmen eines IPO, also eines Börsengangs, erstmalig Aktien eines Unternehmens an den öffentlichen Börsen gehandelt werden können.  


Warum ein IPO?

Die Frage aller Fragen: Warum entscheiden sich Unternehmen für einen IPO? Warum gehen Unternehmen an die Börse?

Die Antwort liegt auf der Hand...

Durch einen IPO beschaffen Unternehmen neues Kapital. Firmenanteile, also Aktien, werden Investoren an der Börse zum Kauf angeboten. Faktisch verlieren Unternehmen diese Anteile also, erhalten jedoch im Gegenzug neues Geld, das in weiteres Wachstum investiert werden kann.

Anders als beim Bankkredit muss das Geld, das im Rahmen eines IPO eingenommen wird, nicht mit einem Zinsaufschlag zurückgezahlt werden. Außerdem hat das Unternehmen die Möglichkeit, im Rahmen von Aktienrückkäufen Teile zurück zu kaufen.   


Der Ablauf eines IPO in Kürze...

1. Auswahl einer Emissionsbank: Will ein Unternehmen einen Börsengang forcieren, benötigt es zunächst eine Bank. Dies Bank wird dann zum sogenannten Konsortialführer, also dem Leiter des IPO bestimmt. Gegebenenfalls werden weitere Banken beteiligt.

2. Unternehmensanalyse: Im zweiten Schritt wird der Börsenwert eines Unternehmens ermittelt. Das Ergebnis dieser Analyse ist die Erstellung eines sogenannten Börsenprospekts.

3. Roadshow: Hier ist der Name Programm. Das Unternehmen wirbt nun mit dem zuvor erstellten Börsenprospekt für Investoren. Durch diesen Schritt soll das Interesse am IPO ermittelt werden.

4. Bestimmung des Emissionspreises: Hat die Roadshow zufriedenstellende Ergebnisse geliefert, legt die Konsortialbank die Preisspanne für die Zeichnung des Unternehmens fest. Alternativ wäre auch die Bestimmung eines Festpreises möglich.

5. Zuteilung erster Aktien: Nachdem der Emissionspreis genau bestimmt wurde, werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Anleger können nun angeben, wie viele Aktien des Unternehmens sie gerne in ihrem Besitz haben würden. Häufig kommt es vor, dass die Nachfrage größer ist als das Angebot. In so einem Fall spricht man von einem überzeichneten IPO.

6. Erstnotiz: Ist die Zeichnungsfrist abgelaufen, werden die Aktien des Unternehmens das erste Mal an der Börse gehandelt. Außerdem wird ein erster Kurs bestimmt, die sogenannte Erstnotiz.

7. Regulärer Handel: Ab sofort werden die Unternehmensanteile regulär an der Börse gehandelt. Das bedeutet, man kann die Aktien kaufen und verkaufen wie man es auch von anderen Aktiengesellschaften gewohnt ist.

IPO - die größten Börsengänge in der Geschichte

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Das solltest du unbedingt wissen!

Ein IPO kann, je nachdem wie bekannt ein Unternehmen ist, eine große Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und genau hier lauert auch die Gefahr!

Viele Anleger versuchen nämlich, diese begehrten Unternehmen vor dem eigentlichen IPO zu zeichnen. Das bedeutet, ein Anleger geht die Verpflichtung ein, eine neue Aktie bei Markteinführung zu einem vorab festgelegten Preis zu kaufen.

Nun kann man hier Glück haben...

...nämlich dann, wenn der Anfangskurs (Erstnotiz) über dem Preis der Zeichnung liegt. Aber man kann eben auch richtig Pech haben!

Die Wortwahl „Glück“ und „Pech“ ist hier beabsichtigt, denn mit rationalem und fundierter Geldanlage hat die Zeichnung im Rahmen eines IPO wenig zu tun. Es ist einfach zu schwer einzuschätzen, wie der Markt eine Aktie annimmt.

Daher gilt: Vorsicht bei einem IPO!