Was ist der Verschuldungsgrad?

Verschuldungsgrad - Definition

Der Verschuldungsgrad, auch Verschuldungskoeffizient oder debt to equity ratio genannt, setzt das in einem Unternehmen vorhandene Eigenkapital (vgl. Eigenkapitalquote und Eigenkapitalrentabilität) ins Verhältnis zum Fremdkapital. Er gibt somit Aufschluss über die Kapitalstruktur eines Unternehmens. Dadurch ist der Verschuldungsgrad ein wichtiger Bestandteil der Fundamentalanalyse.

Der Verschuldungsgrad wird in Prozent angegeben und lässt Rückschlüsse auf die finanzielle Stabilität eines Unternehmens zu. Dabei gilt: Je höher der Verschuldungsgrad, desto größer ist die Abhängigkeit eines Unternehmens von externen Geldgebern. Dies wiederum schränkt die Flexibilität erheblich ein.

Einfache Faustregel: Ein Verschuldungsgrad über 100% implementiert, dass die Schulden eines Unternehmens nicht durch das vorhandene Eigenkapital gedeckt sind - was allerdings keine ungewöhnliche Erscheinung ist.  


Verschuldungsgrad berechnen

Der Verschuldungsgrad wird berechnet, indem das Fremdkapital durch das Eigenkapital dividiert wird. Es ergibt sich folgende Formel:

Verschuldungsgrad Formel Berechnung

Ein Beispiel: Ein Unternehmen besitzt 1 Mio. Euro Eigenkapital, 3,5 Mio. Euro Fremdkapital. Hier würde sich ein Verschuldungsgrad in Höhe von 350% ergeben. Die externen Geldmittel sind also um das 3,5-fache größer als das Eigenkapital. 



Interpretation des Verschuldungsgrads 

Schulden sind - egal, ob Privathaushalt oder Unternehmen - zunächst nichts Gutes. Ein hoher Verschuldungsgrad bedeutet somit auch automatisch ein erhöhtes Risiko für potenzielle Investoren. 

Allerdings ist hier unbedingt anzumerken, dass gerade in einem Unternehmen Schulden unter gewissen Umständen unbedingt erwünscht sind. Nämlich dann, wenn die Zinsen des eingesetzten Fremdkapitals die Gesamtkapitalrendite nicht übersteigen (Leverage-Effekt). Zusätzlich ergibt sich durch Fremdkapitalaufnahme ein Steuervorteil.  

Der Verschuldungsgrad ist nicht nur für Investoren eine enorm wichtige Kennzahl. Auch Unternehmen arbeiten gerne damit, um sofort zu erkennen, in eine neue Investition aus Eigen- oder Fremdkapital getätigt werden sollte.