Was ist der Buchwert?


Was ist der Buchwert: Definition

Der Buchwert eines Unternehmens entspricht dem Anlagevermögen, das in der Bilanz ausgewiesen ist. Er setzt sich aus der Summe von drei Bilanzposten zusammen:

1. Immaterielle Vermögensgegenstände

Immaterielle Vermögensgegenstände sind nicht-physische Werte wie beispielsweise Patente, Rezepturen, Schutzrechte, Lizenzen oder Kundenlisten (auch Burggräben genannt).

2. Sachanlagen

Sachanlagen gehören zum physischen Anlagevermögen und sind in der Regel betriebsnotwendig. Heißt: Sachanlagen werden genutzt, um das Unternehmen am Laufen zu halten. Hierzu gehören Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fuhrpark und Telefonanlagen.

3. Finanzanlagen

Finanzanlagen werden durch "dauerhafte Kapitalüberlassungen" definiert. Sie sind Anteile an verbundenen Unternehmen in Form von Aktien, Anteilen oder Ausleihen. 


Interpretation des Buchwerts

Der Buchwert eines Unternehmens fasst also das Anlagevermögen zusammen und gibt so die Substanz wieder. 

Probleme bei der Interpretation können entstehen, wenn ein Unternehmen eine große Anzahl an Sachanlagen wie Immobilien oder Maschinen besitzt. In diesem Fall könnte der Buchwert sehr hoch ausfallen und zu einer Missinterpretation führen, denn er sagt nichts über den eigentlichen operativen Wert des Unternehmens aus.

Zudem sollten Vergleiche des Buchwerts über Branchen hinweg nicht angestellt werden. Beispiel: Ein IT-Unternehmen sollte nicht mit einem Tiefbauunternehmen verglichen werden. Letzteres wird einen großen Fuhrpark zu Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs benötigen und somit einen hohen Buchwert besitzen, während ein IT-Unternehmen nahezu keine Ausgaben in diesem Bereich zu tätigen hat.  


Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Bei der Unternehmensbewertung wird dem Kurs-Buchwert-Verhältnis eine große Bedeutung beigemessen. Anhand dieser Kennzahl kann man über- bzw. unterbewertete Aktien erkennen.  

Buchwert - KBV

Insbesondere Anhänger des Value Investings nutzen diese Kennzahl, um zu ermitteln, ob eine Aktiengesellschaft aktuell über oder unter ihrem tatsächlichen Wert gehandelt wird. Dabei gilt: Je niedriger das KBV ist, desto preiswerter erscheint die Aktie. 

Diese Kennzahl sollte jedoch niemals alleine betrachtet werden, sondern immer teil einer gesamten Aktienanalyse sein. 

Außerdem sollte unbedingt die große Schwäche des Kurs-Buchwert-Verhältnisses bekannt sein: Bei Unternehmen, die hohe Verluste schreiben, reduziert sich auch die Substanz, also der Buchwert, erheblich. Dies kann zur Folge haben, dass ein Unternehmen als "Schnäppchen" erscheint, obwohl es dies gar nicht ist.