Was ist die Abgeltungssteuer?


Was ist die Abgeltungssteuer? In 3 Sätzen...

Die Abgeltungssteuer wurde im Jahr 2009 mit dem Ziel ins Leben gerufen, Steuern auf Kapitalerträge zu vereinfachen. Nach Einführung mussten Kapitelerträge nicht mehr in der Einkommenssteuer-Erklärung angegeben werden, sondern wurden fortan direkt von der Bank abgezogen.

Ähnlich wie bei der Lohnsteuer wird bei der Kapitalertragssteuer das Quellenabzugsverfahren angewendet. 


Funktionsweise der Abgeltungssteuer

Seit 2009 werden auf Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne (Verkäufe von Wertpapieren) einheitlich 25 Prozent Steuern (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) erhoben. Dieser Ertrag wird, nachdem der Steuerfreibetrag überschritten wurde (Singles 801€, Eheleute 1602€), direkt vom Geldinstitut abgezogen und an das Finanzamt überwiesen. 

Der Anleger selbst muss diese Erträge daher nicht in der Einkommenssteuererklärung angeben. 

Achtung: Es existieren  Ausnahmen (wenn auch nicht viele). Nicht alle Geldinstitute führen die Abgeltungssteuer automatisch ab. Als Beispiel sind viele P2P Plattformen zu nennen. In diesem Fall muss der Anleger seine Gewinne über die Anlage KAP bei der Steuererklärung angeben. 


Wie wirkt sich die Abgeltungssteuer aus? Berechnungsbeispiel

Ein Anleger hält Aktien eines beliebigen Unternehmens im Gesamtwert von 10.000 Euro. Dieses Unternehmen schüttet eine Dividende zu einer Rendite von 3,2% aus. Der Dividendenertrag beläuft sich demnach auf 320 Euro vor Steuern. 

Im Rahmen der Abgeltungssteuer werden 25% Steuern + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer automatisch abgezogen. Der Steuerabzug beläuft sich also auf 84,40 Euro (ohne Freibetrag gerechnet)

Somit erhält der Anleger eine Dividendengutschrift in Höhe von 235,60 Euro.   

In der nachfolgenden Grafik findest du weitere praktische Beispiele, die anhand der zuvor benannten Grundlagen berechnet wurden...

Was ist die Abgeltungssteuer - Praxisbeispiel
Vorteile der Abgeltungssteuer
  • Besteuerung der Kapitalerträge erfolgte bis 2009 anhand des persönlichen Steuersatzes. Je nach Einkommen konnte dieser auch bei 40% liegen. Viele Anleger können demnach seit Einführung der Abgeltungssteuer durchatmen und zahlen deutlich weniger.
  • Abgeltungssteuer wird automatisch an das Finanzamt abgeführt. Somit ist sie eine deutliche Vereinfachung für Privatanleger. 
  • Erträge bis 801 Euro (Ledige) bzw. 1602 Euro (Verheiratete) bleiben von der Abgeltungssteuer verschont
Nachteile der Abgeltungssteuer
  • Geringverdiener, die unter einem Steuersatz von 25% lagen, zahlen nun mehr.
  • Seit 01.01.2009 unterliegen Gewinne und Aktien in vollem Umfang der Abgeltungssteuer, sofern diese nach dem 31.12.2008 angeschafft wurden.