Was ist eine Anleihe?


Was ist eine Anleihe? Die Kurzfassung

Der Begriff verrät bereits, was genau dahinter steckt: Der Käufer einer Anleihe (auch Rentenpapiere genannt) leiht einem Gläubiger Geld und erhält im Gegenzug einen, in der Regel fixen, Zinssatz. Obwohl eine Anleihe auch über die Börse gehandelt werden kann, stellt sie nicht wie eine Aktie einen Anteil am Unternehmen dar.

Wenn also ein Unternehmen neues Kapital benötigt, kann es Anleihen ausgeben und dieses Geld von Privatanlegern einsammeln. Gleiches gilt im Übrigen auch für Staaten. Logischerweise spricht man in diesem Fall von Staatsanleihen. 


Die Funktionsweise einer Anleihe

Die Funktionsweise einer Anleihe ist vergleichsweise einfach. Zunächst benötigt ein Unternehmen oder ein Staat neues Kapital. Dieses Kapital kann von Privatanlegern beschafft werden, indem Anleihen ausgegeben werden. 

Bei der Klärung der Frage "Was ist eine Anleihe?" sind drei Begriffe besonders wichtig:

1. Nominale: Der Gesamtbetrag der Kapitalanforderung eines Unternehmens / Staates wird in viele kleine Anteile zerlegt, sogenannte Nominale. Über die Größe dieser Nominalen kann auch die gewünschte Anlegerstruktur gesteuert werden. Sind nur Großinvestoren gewünscht, wird der Betrag einer Nominale so groß gewählt, dass dieser für Privatanleger unattraktiv ist.

2. Laufzeit: Gibt an, wie lange die Anleihe läuft. Unternehmensanleihen haben in der Regel eine sehr kurze Laufzeit zwischen 5 und 10 Jahren, während Staatsanleihen häufig eine Laufzeit von bis zu 40 Jahren besitzen. 

3. Verzinsung: Gibt den Zinssatz einer Anleihe an. Zinszahlungen (Kupons) erfolgen in der Regel jährlich. Nach Ablauf der Laufzeit wird der Gesamtbetrag der Anleihe an den Anleger zurückbezahlt.   


Warum greifen Unternehmen auf Anleihen zurück?

Eine Anleihe ist nur eine Möglichkeit von vielen, die Unternehmen und Staaten haben, um neues Kapital zu beschaffen. Dennoch sind Anleihen sowohl bei Anlegern wie auch Unternehmen sehr beliebt. 

Die Gründe sind unter anderem folgende: 

1. Der Zinssatz einer Anleihe kann günstiger sein als der eines Bankkredits 

2. Im Vergleich zu einem Bankkredit ist ein Unternehmen / Staat bei Anleihen nicht direkt von einer Bank abhängig.

3. Wenn Banken gar keinen Kredit oder keinen Kredit in der gewünschten Höhe bewilligen, können Anleihen eine Alternative sein.


Was ist eine Anleihe? Die Vorteile für den Privatanleger 

Anleihen gelten als sehr risikoarme und sichere Geldanlage, das sie keine sehr hohe Volatilität (Schwankungsbreite) aufweisen. Sie werden gerne verwendet, um das Depotrisiko eines Aktienportfolios zu senken. Dies zeigt auch folgendes Zitat:


"Wer gut essen will kauft Aktien, wer gut schlafen will kauft Anleihen"

André Kostolany (ungarischer Investor)