Was ist eine Inflation?

Was ist eine Inflation: Definition

Was ist eine Inflation überhaupt?

Die Frage lässt sich ganz einfach, in einem Satz, beantworten: Die Inflation ist die schleichende Geldentwertung durch Preiserhöhungen. Durch den Preisanstieg der Lebenshaltungskosten und Verbrauchsgüter (Lebensmittel, Miete, Strom, etc.) verliert das Geld sukzessive an Wert.

Ein Beispiel: Eine Butter, die Im Jahr 2017 noch 1,00 Euro gekostet hat, kostet ein Jahr später 1,02 Euro. Die Inflationsrate beträgt somit 2 Prozent. Dies bedeutet für das Geld, dass 1 Euro im Jahr 2018 nur noch eine reelle Kaufkraft von 0,98 Euro hat.

Eine Inflation ist deswegen so gefährlich, weil sie schleichend und im Hintergrund abläuft. Schließlich wird der Kontostand auf dem Sparbuch nicht weniger, die Kaufkraft des Geldes hingegen schrumpft.  


Inflation ist wichtig und gesund!

Die bereits erfolgte Definition der Frage "Was ist eine Inflation" lässt vielleicht vermuten, dass Inflation grundsätzlich etwas Schlechtes ist. Falsch! 

Inflation ist sogar gesund für eine Volkswirtschaft!

Eine gesunde Volkswirtschaft sollte eine Inflationsrate von 0 bis 5 Prozent aufweisen. Andernfalls würden keine Anschaffungen erfolgen, kein Geld ausgegeben werden und somit die Wirtschaft erheblich leiden.

Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Bei einer negativen Inflation (Deflation) würden Verbraucher kein Geld ausgeben. Schließlich wird das Geld immer mehr wert und Verbraucherpreis immer günstiger. Neuanschaffungen würden sich also immer weiter hinauszögern (jeder wartet auf einen besseren Preis) und die Wirtschaft Stück für Stück zusammenbrechen. 

Also: Inflation ist grundsätzlich nichts Schlechtes, die Inflationsrate sollte allerdings keinesfalls über 5 Prozent steigen.   

Inflation + Niedrigzins = Armut   

Der aktuelle Niedrigzins in Verbindung mit einer aktuellen Inflationsrate von ca. 2 Prozent ist Gift für dein Vermögen. 

Eigentlich logisch, oder? 0,5 Prozent Zinsen minus 2 Prozent Inflationsrate ergibt einen jährlichen Kaufkraftverlust von 1,5 Prozent. Das klassische Sparen auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto gehört also längst der Vergangenheit an. 


Lässt sich die Inflation steuern?

Die einfache und knappe Antwort lautet: Ja!

Die Zentralbanken, beispielsweise die EZB, haben verschiedene Möglichkeiten, um auf die Inflationsrate einzuwirken. So kann zum Beispiel der Leitzins erhöht werden, was Kreditverbindlichkeiten ansteigen lässt, Kreditaufnahmen unattraktiv und Geld somit knapper macht. Knappes Geld wiederum bedeutet einen Anstieg des Geldwerts und somit der reellen Kaufkraft. 

Wird versucht, die Inflationsrate zu manipulieren, sind jedoch häufig Nebenwirkungen die Folge, die oftmals niemand abschätzen kann.  

Was ist eine Inflaiton Bild


Achtung: Hyperinflation

Das Schlimmste, was einer Volkswirtschaft passieren kann, ist eine sogenannte Hyperinflation. Hier erhöht sich das Preisniveau rapide und der Geldverlust schreitet auf monatlicher Berechnungsbasis um eine hohe Prozentzahl voran. Hyperinflationen haben zwar meist eine sehr kurze Lebensdauer, richten jedoch verheerenden Schaden an und ziehen in der Regel eine Währungsreform nach sich. 

Da sich Anleger im Falle einer Hyperinflation in Sachwerte flüchten, ist bei Immobilien, Rohstoffen und Aktien ein enormer Wertanstieg zu verzeichnen. 

Auch Deutschland war bereits von einer Hyperinflation betroffen: Bedingt durch die Finanzierung des Ersten Weltkriegs war von 1919 - 1923 ein enormer Preisanstieg zu verzeichnen, der in einer Inflationsrate von 29.525 Prozent (!) im Oktober 1923 gipfelte.

Im Verlauf wurde schließlich auf die Rentenmark umgestellt. Umgerechnet wurde mit folgendem Kurs: 100 Billionen Papiermarkt entsprachen einem Wert von 100 Rentenmark.