Was sind ETFs – Indexfonds einfach erklärt

Was sind ETFs?

Diese Frage stellen sich wahrscheinlich viele Privatanleger, die erste Börsenerfahrungen sammeln und dabei zwangsläufig wieder und wieder auf diesen Begriff stoßen.

ETFs sind in aller Munde und habe sich in den letzten Jahren still und heimlich zum beliebtesten Anlageinstrument für Privatanleger entwickelt.

Kein Wunder, denn die Geldanlage mit ETFs ist simpel, kostengünstig und transparent.

Aber...

Anleger die sich das erste Mal an ETFs herantrauen, werden schnell überfordert sein.

Es warten viele Fachbegriffe wie Replizierungsmethode, Thesaurierung oder Basiswert, die zunächst unbedingt verstanden werden, sollten.  

Fakt ist: ETFs gehören in jedes Portfolio eines Privatanlegers, denn sie bieten nicht nur die Möglichkeit, die private Geldanlage zu automatisieren...

...sondern machen auch eine breite Diversifikation (Verteilung des Kapitals auf verschiedene Anlagen) möglich und reduzieren so das Risiko der privaten Geldanlage erheblich.

Damit ETFs für dich nicht das berühmte „Buch mit 7 Siegeln“ bleiben, erfährst du in diesem ausführlichen und detaillierten Guide alles, was du über ETFs wissen musst.

Hier wird die Frage „Was sind ETFs“ wirklich abschließend beantwortet!

 

Was sind ETFs – die Definition

Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Funds.

Was zunächst nach komplexem Finanzprodukt klingt, ist nicht mehr als ein simpler börsengehandelter Investmentfonds.

Wichtig ist vor allem der Begriff: börsengehandelt...

Denn im Gegensatz zum klassischen Investmentfonds können ETFs jederzeit direkt über die Börse gekauft und verkauft werden – ähnlich wie auch Aktien.

Was ist eigentlich ein Fonds?

Einen Fonds kannst du dir bildlich als eine Art Korb vorstellen. In diesem Korb befinden sich viele Einzeltitel, zum Beispiel Aktien, Anleihen oder Rohstoffe. Je nachdem, wie sich der Wert dieser Einzeltitel entwickelt, entwickelt sich auch der Wert des Fonds.

Der Vorteil eines Fonds liegt auf der Hand: Durch den Kauf eines Fondsanteils verteilt der Anleger sein Kapital auf viele verschiedene Einzelwerte, die er nicht jeweils einzeln erwerben muss.

So beteiligt sich ein Anleger eines MSCI World ETFs mit nur einem ETF-Anteil an über 1600 Unternehmen.

Diese Tatsache macht Fonds vor allem für Anleger interessant, die noch nicht über viel Investmentkapital verfügen.

Ein weiterer Unterscheid zum Investmentfonds: Ein ETF wird passiv verwaltet. Das heißt, er hat nicht da Ziel, einen Index zu schlagen, sondern bildet diesen lediglich genau ab.

Einen Fondsmanager gibt es also nicht!

Die Indexabbildung wird erreicht, indem ein ETF mit allen Einzelwerten eines Index (oder eine stellvertretende Anzahl bei großen Indizes) bestückt wird.   

Ein Beispiel: Ein DAX ETF wird in der Regel alle 30 DAX Unternehmen enthalten und sich identisch zum Deutschen Leitindex entwickeln.

Aufgrund dieser Verfahrensweise sind ETFs nicht nur sehr transparent, sondern auch extrem kostengünstig.


Die Geschichte der ETFs

Wenn man sich mit einem Finanzprodukt befasst, in das man investieren möchte, sollte man sich unbedingt auch kurz mit der Geschichte dieses Produkts auseinandersetzen...

Nicht nur die Frage „Was sind ETFs“ sollte in diesem Zusammenhang recherchiert werden, sondern auch die Frage: Woher kommen ETFs überhaupt?

Die Grundlage für ETFs in ihrer heutigen Form bildete wahrscheinlich die Portfoliotheorie des Ökonomen Harry Markowitz aus dem Jahr 1952.

Diese Theorie besagt, dass durch die Streuung des Kapitals das Risiko der Geldanlage deutlich gesenkt wird, die Renditechancen jedoch identisch bleiben.

Die Portfoliotheorie, die fortan von vielen institutionellen und privaten Anlegern umgesetzt wurde, führte im Jahr 1970 zur Auferlegung des ersten ETF.

Im Jahr 1970 gründete der Vermögensverwalter Staate Street Global Advisors den ersten ETF unter dem Namen „Standard & Poor’s Depositary Receipt“ (kurz Spider). Und das mit durchschlagendem Erfolg...

...bis in das Jahr 2012 war der Spider ETF der größte überhaupt und erreichte eine Marktkapitalisierung von bis zu 90 Milliarden US-Dollar.

Mit dem Spider ETF wurde der Grundstein für eine einzigartige Erfolgsgeschichte gelegt, denn ETFs avancierten schnell zu einem der beliebtesten Anlageprodukte überhaupt.

Dies zeigt auch die Entwicklung im Euroraum. Hier stieg das ETF-Anlagevermögen von 16,3 Mrd. Euro (2003) auf unglaubliche 670 Mrd. Euro (2017) an.

Tendenz weiter stark steigend...

ETF Vermögen Euroraum

Wie funktioniert ein ETF?

Wie zu Anfang bereits erwähnt, ist die Funktionsweise eines ETF grundsätzlich identisch zu der Funktionsweise eines klassischen Fonds. Mit einigen kleinen Unterschieden.

Einer der größten Unterschiede: ETFs sind an der Börse gelistet und somit auch über die Börse handelbar.

Wer also ETF-Anteile erwerben möchte, kann dies, analog zum Kauf von Aktien, über einen der etablierten Handelsplätze (XETRA, Frankfurt, München, etc.) tun.

Anteile an klassischen Investmentfonds lassen sich hingegen ausschließlich über die Fondsgesellschaft kaufen und verkaufen.

Doch wie funktioniert nun ein solcher ETF genau?

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass ein ETF lediglich einen Index abbildet.

Das bedeutet: Ein DAX ETF wird den DAX 1:1 nachbilden und sich auch identisch wie der zugrundeliegende Index entwickeln.

Ein Fondsmanager, der aktiv Käufe und Verkäufe tätigt, ist bei einem ETF also nicht vorhanden – was die jährlichen Kosten extrem reduziert (dazu später mehr).


Die zwei Art der Indexreplikation

ETFs bilden also einen bestimmten Index nach. Bleibt nun die Frage: Wie genau funktioniert das?

Hier lassen sich zwei Funktionsweisen unterscheiden:


1. Die physische Replikation

Bei dieser Methode werden alle Unternehmen, die ein Index enthält, durch einen ETF-Anbieter gekauft und zu einem Indexfonds zusammengefasst.

Beispiel: Will ein Emittent einen DAX ETF auflegen, kauft er Anteile an allen 30 DAX Unternehmen und fügt diese zu einem ETF zusammen...

Genauer gesagt ist beim Kauf der für einen physischen ETF benötigten Anteile ein sogenannter „autorisierter Teilnehmer (AP)“ beteiligt. Also eine Drittpartei.

Der detaillierte Auflegungsprozess würde jedoch den Rahmen dieses ETF-Einsteiger-Guides sprengen. Wer sich näher für dieses Thema interessiert, findet bei ETF.com ein tolle Erklärung zum sogenannten Creation-Redemption-Prozess.    

Natürlich wird bei der Zusammenstellung eines physischen ETF die Gewichtung der einzelnen Unternehmen im Index berücksichtigt, um eine möglichst genaues Abbild zu erhalten.

Vorsicht bei großen Indizes: Die Sampling-Methode

Es existieren sehr großes Indizes, die mehrere hundert Einzelunternehmen enthalten. Ein Beispiel wäre der MSCI World Index mit über 1600 Einzeltiteln.

Hier werden nicht alle Unternehmen, sondern lediglich die, die für die Wertentwicklung des Index entscheidend sind, aufgenommen.

Man spricht hier von der sogenannten Sampling-Methode (Deutsch: Probeannahme).

2. Die synthetische Replikation

Synthetische ETFs sind das komplette Gegenteil zu physischen ETFs...

Hier wird die Wertentwicklung eines Index nicht durch direkte Investitionen in die einzelnen Wertpapiere ermittelt, sondern Kursdaten von einem Tauschpartner (Bank) geliefert.

Diese Bank sendet dem ETF die genaue Entwicklung des Index bzw. der darin enthaltenen Werte inkl. aller Dividendenzahlungen. Dafür erhält sie eine Gebühr.

Im Fachjargon spricht man hier von SWAP-Geschäften.

Die Indexabbildung funktioniert sehr genau, dennoch kommt es auf das Jahr gesehen zu kleinen Tracking-Fehlern, also Abweichungen zwischen ETF und Index.

Achtung: Ausfallrisiko

Bei synthetischen ETFs muss auf das Ausfallrisiko und die Abhängigkeit von einer Drittpartei hingewiesen werden.

Im Falle einer Insolvenz dieser Drittpartei könnte der Anleger unter Umständen einen finanziellen Schaden erleiden, wenn die hinterlegten Sicherheiten geringer ausfallen als die Forderungen.

Da es sich bei Drittparteien jedoch in der Regel um große Banken (z.B. Deutsche Bank) mit sehr gutem Bonitätslevel handelt, ist dieses Risiko verschwindend gering.

Umgang mit Erträgen: Ausschüttend oder Thesaurierend?

Nicht nur bei der Indexabbildung unterscheiden sich ETFs, auch beim Umgang mit Erträgen ist zwischen thesaurierenden ETFs und ausschüttenden ETFs zu differenzieren.

Erträge sind in diesem Fall Dividenden (Aktien-ETFs), Zinsen (Renten-ETFs) oder Mieterträge (Immobilien-ETFs).


1. Ausschüttender ETF

Wie der Name bereits erahnen lässt, zahlen ausschüttende ETFs die erzielten Erträge direkt an den Anleger aus.

Das bedeutet, Dividenden, Zinsen und Mieterträge werden direkt auf das Konto des Anlegers überwiesen.

Dieser entscheidet im Anschluss selbst darüber, wie er diese Erträge verwendet.  


2. Thesaurierender ETF

Ein thesaurierender ETF (vgl. gr. Thesauros, „Schatzhaus“) erzielt zwar auch dieselben Erträge wie ein ausschüttender ETF, bezahlt diese jedoch nicht an den Anleger aus, sondern behält die Erträge im Fondsvermögen.

Die Erträge werden reinvestiert, wodurch der Gesamtwert des Fonds steigt.

Eine Thesaurierung hat zwei entscheidende Vorteil:

  • Die Erträge werden sofort reinvestiert, wodurch der Zinseszinseffekt optimal zum Tragen kommt.
  • Die Reinvestition ist für den Anleger kostenlos. Es fallen also keine Gebühren an. Ein Vorteil gegenüber einem ausschüttenden ETF.

Thesaurierender oder ausschüttender ETF – was ist nun besser?

Eine abschließende Antwort auf diese Frage existiert nicht. Die Wahl zwischen einem thesaurierenden oder ausschüttenden ETF hängt wesentlich von der eigenen Anlagestrategie ab.

Wer ein Portfolio aufbauen möchte, das regelmäßige Erträge erzielt (Stichwort: Passives Einkommen), die zum Decken der Lebenshaltungskosten verwendet werden, sollte einen ausschüttenden ETF wählen.

Wer hingegen ein Depot zur Altersvorsorge aufbauen möchte und einen extrem langfristigen Anlagehorizont besitzt (>30 Jahre) fährt unter Umständen mit einem thesaurierenden ETF besser.

Wichtig zu wissen ist, dass sich beide Fondsarten in Sachen Steuerbehandlung unterscheiden. Nähere Infos zu ETFs und Steuern gibt es hier.  

Die Unterschiede zu Investmentfonds und Indexzertifikaten

Auf den Unterschied zwischen ETFs und klassischen Investmentfonds wurde in diesem ETF-Einsteiger-Guide bereits immer wieder hingewiesen.

Da es jedoch vielen Privatanleger sehr schwer fällt, eine abschließende Entscheidung zwischen diesen Anlageprodukten zu fällen, folgt in diesem Kapital nochmals eine Aufschlüsselung der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale.

Und ein weiteres, den ETFs sehr ähnliches Produkt, möchte ich kurz vorstellen und die Unterschiede klarmachen: Indexzertifikate.


ETF vs. Indexzertifikat

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass der Grundgedanke bei Indexzertifikaten und ETFs derselbe ist: Beide Produkte bilden einen Index 1:1 ab.

Dennoch existieren zahlreiche Unterschiede, die du unbedingt kennen solltest...

Unterteilen lassen sich diese in die Bereich Rendite, Risiko und Kosten.


1. Rendite

ETFs und Indexzertifikate bilden einen Index und dessen Wertentwicklung 1:1 ab...

Richtig!

Demnach müsste die Wertentwicklung beider Produkte auch identisch sein...

Falsch!

Die Rendite von ETFs und Indexzertifikaten kann sich, auch wenn diese denselben Index abbilden, stark unterscheiden.

Schuld daran ist die Art des Index, der abgebildet wird. Also Performance- bzw. Kursindex.

Was sind Kursindizes und Performanceindizes?

Aktienindizes werden unterschieden in sogenannte Kursindizes und Performanceindizes.

Ein Kursindex misst lediglich die Entwicklung des Aktienkurses. Dividendenzahlungen fließen nicht in die Berechnung mit ein.

Ein Performanceindex hingegen schließt bei der Berechnung auch Dividendenzahlung ein.

Bei vielen Indizes, beispielsweise dem DAX, existiert sowohl ein Performance-, wie auch ein Kursindex.

Vorsicht ist bei der Kombination Indexzertifikat und Kursindex geboten.

Ein Indexzertifikat auf einen Kursindex wird nämlich Dividendenzahlungen der Unternehmen nicht berücksichtigen, ein ETF hingegen schon.

Insbesondere bei der Nachbildung von Kursindizes sind ETFs den Indexzertifikaten also klar vorzuziehen, da sich diese in der Regel deutlich besser entwickeln.


2. Kosten

In Sachen Kosten hat das Indexzertifikat klar die Nase vorn. Hier fallen keine jährlichen Verwaltungsgebühren an, wie sie bei einem ETF üblich sind.

Beim Investment in ein Indexzertifikat sind also lediglich Kauf- und Verkaufsgebühren zu berücksichtigen.

Auch wenn die jährlichen Kosten eines ETF sehr gering ausfallen, kann das Indexzertifikat in diesem Bereich klar punkten.


3. Risiko

ETFs, vor allem physische ETFs, gehören zum Sondervermögen eines Emittenten und sind dadurch auch im Insolvenzfall geschützt.

Bei Indexzertifikaten handelt es sich jedoch lediglich um Schuldverschreibungen, die nicht zum Sondervermögen gehören.

Das Ausfallrisiko ist bei ETFs also deutlich geringer als bei Indexzertifikaten.

Die verschiedenen ETF-Arten im Überblick

ETF ist nicht gleich ETF...

Es existieren zahlreichen verschiedene ETF-Arten, die unterschiedliche Indizes aus den Bereichen Aktien, Rohstoffe, Rentenpapiere, etc. abbilden.

Logischerweise unterscheiden sich somit auch die Renditechancen und das Risiko.

Während ein Aktien-ETF deutlich risikoreicher als ein Geldmarkt-ETF ist, verspricht dieser auf der anderen Seite eine deutlich höhere Rendite.

Die wichtigsten ETF Gattungen hier im Überblick:


1. Aktien-ETFs

Einem Aktien-ETF liegt ein Aktienindex, wie zum Beispiel der DAX zugrunde.

Außerdem können hier auch regionale (Emerging Markets) oder branchenabhängige Indizes (Automobil) abgebildet werden.


2. Rohstoff-ETFs

Diese ETFs bilden einen Rohstoffindex, wie zum Beispiel der Goldman Sachs Commotity Index, ab.

Anleger haben hier die Möglichkeit gezielt in ein breites Spektrum verschiedener Rohstoffe zu investieren.  

Rohstoff-ETFs werden nahezu ausschließlich mit der replizierenden Methode gebildet.

Achtung: Rohstoff-ETFs sind keine ETCs!

Häufig werden Rohstoff-ETFs mit ETCs (Exchange Traded Commodities) verwechselt. Hierbei handelt es sich jedoch um besicherte Anleihen auf nur EINEN Rohstoff.

Rohstoff-ETFs müssen hingegen in mehrere verschiedene Rohstoffe investieren, da eine Diversifikation durch das Investmentgesetz gesetzlich vorgeschrieben ist.

3. Renten-ETFs

Renten-ETFs investieren in Anleihen und können daher eine sehr gute Beimischung zum Depot sein.

Während hier keine hohe Rendite erwartet werden kann, ist das Risiko dieser ETFs jedoch deutlich geringer als es zum Beispiel bei Aktien-ETFs ist.

Anleger haben die Wahl zwischen Renten-ETFs auf Staats- oder Unternehmensanleihen.


4. Geldmarkt-ETFs

Geldmarkt-ETFs eignen sich nicht für die langfristige Geldanlage, da die Renditeaussichten sehr gering sind. Diese ETF-Art wird in der Regel dafür verwendet, um Geld für kurze Zeitintervalle zu „parken“.

Gebildet werden Geldmarkt-ETFs in der Regel aus kurzläufigen Staatsanleihen.


5. Hebel-ETFs

Zwischenzeitlich existieren zahlreiche ETFs, die mit zusätzlichen Eigenschaften ausgestattet sind.

Ein Beispiel wäre ein Hebel-ETF, der die Wertentwicklung des zugrundeliegenden Index um einen Hebel x vervielfacht.

Da diese ETFs als sehr risikoreich gelten, sollte vor allem unerfahrene Börseneinsteiger unbedingt die Finger davonlassen!

ETF-Anbieter im Überblick

Mit zunehmender Beliebtheit der ETFs ist auch die Anzahl an ETF-Anbieter zunehmend gewachsen.

Trotz großer Vielfalt verteilt sich der Marktanteil überwiegend auf 5 ETF-Anbieter:

ETF Anbieter Übersicht


1. iShares

Hinter dem ETF-Anbieter iShares steht die amerikanische Finanzgesellschaft Blackrock.

iShares ist der absolute Klassenprimus in Sachen ETFs. Allein im Jahr 2017 betrug der Marktanteil über 40%.

Kein Wunder, denn das Unternehmen bietet über 150 verschiedene ETFs allein in Deutschland an.

Achtung: iShares bietet die Mehrzahl seiner ETFs zweifach an...

Einmal aufgelegt in Deutschland, einmal aufgelegt in Irland.

Anleger, die sich für iShares-ETFs interessieren, sollten diese Tatsache bei Ihrer Investmententscheidung im Hinblick auf die Versteuerung von Erträgen unbedingt beachten.


2. Deutsche Bank x-trackers

Die Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, x-trackers, bietet seit 2007 über 100 verschiedene ETFs an.

Die Produktpalette deckt alle gängigen Indizes und sogar diverse Hedgefonds-ETFs ab.

Der Firmensitz der Gesellschaft befindet sich in Luxemburg.


3. Lyxor

Lyxor ist eine Tochtergesellschaft der französischen Bank Société Général und zählt mit einem ETF-Angebot von über 70 verschiedenen Produkten zu den größten Anbietern in Europa.

Auch hier werden nahezu alle wichtigen Indizes hervorragend abgedeckt. Ergänzt wird die Produktpalette durch Rohstoff- und Anleihen-ETFs.


4. UBS ETF

Obwohl UBS ETF eigentlich zur Schweizer Bank UBS gehört, hat der Anbieter seinen Firmensitz in Luxemburg.

Die Produkte konzentrieren sich überwiegend auf Aktienindizes und sollen vor allem institutionelle Anleger ansprechen.


5. Amundi

Bei Amundi handelt es sich um einen französischen ETF-Anbieter. Dahinter stehen die beiden Banken Agricolé und die Société Générale.

Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung im ETF-Markt und ist hier seit dem Jahre 2001 tätig. Die ersten Produkte auf dem deutschen Markt etablierten sich im Jahr 2010.

ETFs und die Kosten

Selbstverständlich fallen beim Investieren in ETFs diverse Kosten an.

Da diese direkt über die Börse gekauft werden, sind die Kosten überwiegend ähnlich wie auch beim Kauf von Aktien.

Der Anleger hat also zunächst eine Ordergebühren und den Spread zu tragen.

Was genau ist der Spread?

Der Spread, auch Handelsspanne genannt, beschreibt die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs.

Berechnet wird der Spread, indem der Verkaufspreis vom Ankaufspreis abgezogen und durch den aktuellen Kurs dividiert wird.

Bei ETFs liegt dieser in der Regel im Bereich zwischen 0,1% bis 0,3%

Zusätzlich fallen bei ETFs jedoch Verwaltungsgebühren an, die bei Aktien vergeblich gesucht werden.

Nicht ohne Grund, denn schließlich erhält ein ETF-Anleger quasi ein komplettes Portfolio in Form einer Indexabbildung...

...ein Portfolio, dass vom ETF-Emittent stetig gepflegt werden muss.

Eine geringe Verwaltungsgebühr scheint also mehr als fair zu sein.

Um die jährlichen Kosten eines ETF überblicken zu können, sind zwei Begriffe sehr wichtig: Die Gesamtkostenquote, auch Total Expense Ratio (TER) genannt, sowie die Total Cost of Ownership.


Gesamtkostenquote (TER)

Die Gesamtkostenquote beschreibt alle internen Kostenfaktoren, die ein ETF zu bewältigen hat.

Dies sind unter anderem:

  1. Neugewichtungskosten. Diese fallen an, wenn sich am zugrundeliegenden Index des ETF die Zusammensetzung ändern sollte und der ETF dadurch ebenfalls Veränderungen vornehmen muss.
  2. SWAP-Gebühren. Bei synthetischen ETFs fallen SWAP-Gebühren an.


Die Gesamtkostenquote ist übrigens auch der Grund, warum sich ein ETF in der Regel immer minimal schlechter entwickelt als sein zugrundeliegender Index.

Schließlich müssen die Kosten bei der Performance abgezogen werden.

Im Vergleich zu einem klassischen Investmentfonds ist das TER bei ETFs sehr niedrig und bewegt sich durchschnittlich zwischen 0,3% bis 0,6%.

Morningstar beziffert das durchschnittliche TER bei europäischen ETFs auf 0,38%.

Eine detaillierte Abhandlung zur Gesamtkostenquote findest du beim Deutschen Fondsverband.

Hier ein Vergleich zwischen einem ETF und einem Investmentfonds. Beobachtet wurde eine Kapitalanlage in Höhe von 10.000 Euro über einen Zeitraum von 30 Jahren. 

ETF Kosten und Fonds Kosten

TCO (Total Costs of Ownership)

Zusätzlich zu den bereits beim TER aufgeführten Kostenfaktoren fallen weitere externe Gebühren an.

Hierzu zählen beispielsweise der Spread, Orderkosten oder auch Steuern, die der ETF-Emittent zu entrichten hat.  

Werden diese Kosten zum TER hinzuaddiert, erhält man die sogenannten Total Costs of Ownership, also die Gesamtkosten die nötig sind, um den ETF aufrecht zu erhalten. 

ETFs kaufen – so geht’s

Nun geht’s in die Praxis und zur Frage: Wie kauft man überhaupt ETFs?

Hier existieren nämlich zwei verschiedene Möglichkeiten:

  1. Der Direktkauf
  2. Der ETF-Sparplan


Der ETF-Direktkauf

Zum Direktkauf muss eigentlich nicht besonders viel erklärt werden, denn der ETF-Direktkauf funktioniert analog zum Kauf von Aktien...

Schließlich ist genau das einer der bereits angesprochenen großen Vorteile von ETFs. Nämlich die Tatsache, dass sich diese einfach und schnell über die Börse erwerben lassen.

Eine genaue Anleitung, wie der ETF-Direktkauf abläuft, findest du im Beitrag „Wie kauft man Aktien“.


Der ETF-Sparplan

Eine Besonderheit, die ETFs mit sich bringen, ist der Sparplan.

Heißt: Ein Anleger legt ein Zeitintervall fest, zu dem er regelmäßig die Summe X in einen ETF investieren möchte.

So kann sich ein Anleger zum Beispiel dafür entscheiden, jeden Monat 100 Euro in einen DAX ETF zu investieren.

Einmal konfiguriert, wird der Brokers des Anlegers jeden Monat 100 Euro von dessen Konto abbuchen und in den entsprechenden ETF investieren.

Diese vollautomatisierte Geldanlage erfreut sich gerade bei den sehr finanzdesinteressierten Deutsche großer Beliebtheit.

ETF-Extra berichtete im Jahr 2016, dass in Deutschland über 225.000 ETF-Sparpläne abgeschlossen wurden. Die durchschnittliche Sparplanrate beläuft sich, Stand Ende 2017, auf 150,50 Euro.

Aber...

Es hat keineswegs ausschließlich etwas mit Faulheit oder Bequemlichkeit zu tun, warum sich ein ETF-Sparplan für Privatanleger durchaus lohnen kann!

Ein ETF-Sparplan bietet nämlich enorm viele Vorteile:


1. Niedrige Investitionssummen möglich 

Bei den meisten Brokern lässt sich bereits ab 25 Euro pro Monat ein ETF-Sparplan eröffnen.

Dies ermöglich auch Privatanlegern Zugang zu den Finanzmärkten, die (noch) nicht über viel Kapital verfügen.

Und das sich auch eine solch kleine Summe durchaus lohnen kann, zeigt nachfolgende Grafik.

Wer mit 18 Jahren damit beginnt, 25 Euro pro Monat in einen ETF-Sparplan zu investieren, verfügt zum Renteneintritt mit 65 über stolze 89.487,67 Euro (Annahmen: 7% Rendite p.a., TER 0,4%, Steuern nicht berücksichtigt)...

Was sind ETFs - Wertsteigerung


2. Zinseszinseffekt 

Bei genauerer Betrachtung zeigt die Grafik einen weiteren Vorteil eines ETF-Sparplans: den Zinseszinseffekt.

Wer seine Erträge brav reinvestiert, keine Sparplanraten aussetzt und keine Anteile verkauft, darf sich über einen exponentiellen Wertzuwachs freuen.

In der Grafik gut am Steigungswinkel der grünen Linie zu erkennen...

Während der Wertzuwachs in den ersten Jahren sehr gering ist, gewinnt er mit zunehmender Dauer deutlich an Dynamik.

Die Wertzuwachsdynamik ist von zwei Faktoren abhängig: Kapital und Zeit

Mit zunehmender Dauer und wachsendem Kapital im Sparplan wird der Wertzuwachs deutlich an Fahrt aufnehmen.

In Zahlen ausgedrückt: In unserem Beispiel beträgt die jährlich Rendite im 10. Jahr 266,63 Euro p.a., im 20. Jahr schon 787,90 Euro p.a. und im letzten Jahr unglaublichen 5.857,72 Euro p.a.

3. Cost-Average-Effekt 

Bei einem ETF-Sparplan kommt der sogenannte Cost-Average-Effekt, auch Durchschnittskosteneffekt genannt, zum Tragen.

Dieser Effekt entsteht aufgrund der Tatsache, dass immer die identische Summe investiert wird. Egal, bei welchem Wert der Kurs des ETF zum Kaufzeitpunkt steht.

Dadurch werden bei hohen Kursen wenig Anteile gekauft, bei niedrigen Kursen hingegen mehr Anteile.

Ein Beispiel: Bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro werden bei einem ETF Kurs von 200 Euro 0,5 Anteile erworben. Steht der Kurs des ETF jedoch bei 50 Euro, werden 2 Anteile gekauft.

Ob nun dieser Cost-Average-Effekt nun tatsächlich sinnvoll ist oder nicht, darüber scheiden sich die Geister.

So titeln zum Beispiel das Handelsblatt „Durchschnittspreise wirken keine Wunder“ oder die Wirtschaftswoche „Effekt verpufft an der Realität“...

...während viele andere Portale den Effekt als sehr sinnvoll für Privatanleger beschreiben.

Übrigens: Eine tollte Untersuchung zum Cost-Average-Effekt findet man beim Arero Fonds.

Vorteile und Risiken von ETFs

Die Frage „Was sind ETFs?“ dürfte an dieser Stelle abschließend beantwortet sein...

Bleibt nur noch zu klären: Sind ETFs nun sinnvoll oder nicht?

Genau dieser Thematik widmet sich das letzte Kapitel dieses Guides, das nochmals alle Vorteile aber auch Risiken von ETFs gegenüberstellt.


Vorteile von ETFs

1. ETFs sind transparent

Ein ETF bildet einen zugrundeliegenden Vergleichsindex ab. Dementsprechend wird sich der Wert eines ETFs entsprechend zum Index entwickeln.

Das war’s. So einfach lassen sich ETFs erklären...

ETFs sind enorm transparent und einfach zu verstehen.

Natürlich existieren auch hier einige Fachbegriffe, die du als Anleger kennen solltest. Alles in allem sind ETFs jedoch ein Produkt, das auch unerfahrene Privatanleger verstehen können.  


2. ETFs sind flexibel 

Die Tatsache, dass ein ETF einfach über die Börse gekauft und verkauft werden kann und nicht umständlich bei der Fondsgesellschaft erworben werden muss, garantiert ein Höchstmaß an Flexibilität.

Käufe und Verkäufe können sofort ausgeführt werden.

Übrigens: Auch ETF-Sparpläne bieten diese Flexibilität! Deren Investitionssumme oder das Zeitintervall kann jederzeit geändert werden. Auch eine Aussetzung oder Kündigung des Sparplans ist zu jedem Zeitpunkt möglich.


3. ETFs sind sicher   

ETFs zählen zum Sondervermögen eines Emittenten und sind daher auch bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt.


4. ETFs sind kostengünstig 

Im Vergleich zu klassischen Investmentfonds überzeugen ETFs durch ihre optimale Kostenstruktur.

Da kein Fondsmanager bezahlt werden muss, sind die jährlichen Verwaltungsgebühren extrem gering.

Fairerweise muss hier jedoch angesprochen werden, dass Einzelaktien in Sachen Kosten klar die Nase vorne haben. Schließlich fallen hier überhaupt keine Veraltungsgebühren an.


5. ETFs entwickeln sich besser als Investmentfonds 

Gewagte These?

Keineswegs!

Das Manager Magazin berichtete im Jahr 2016 in einem ausführlichen Artikel, dass unglaubliche 86 Prozent aller Fondsmanager ihren Vergleichsindex nicht schlagen...

In einzelnen Branchen kann es jedoch sinnvoll sein, auf Investmentfonds zurückzugreifen.

 

6. Investitionen auch mit geringen Beträgen möglich

Schon ab 25 Euro pro Monat kann ein ETF-Sparplan abgeschlossen werden.

Somit sind ETFs vor allem für Privatanleger, die über wenig Investmentkapital verfügen, die richtige Wahl.


7. ETFs ermöglichen eine breite Diversifikation 

Die Risikoverteilung des investierten Kapitals ist das A und O, um die eigene Geldanlage sicherer zu machen...

Diversifikation ist eine der wichtigsten Anlegerregeln überhaupt...

Im März 2018 wurden die besten deutschen Finanzblogger und Finanz-YouTuber von rock-die-boerse.de zum Thema Geldanlage interviewt (Hier geht's zum Artikel).

Viele sehen in der Diversifikation der Geldanlage die wichtigste Regel beim Investieren.

Und genau hier können ETFs enorm punkten!

Gerade diese Diversifikation fällt jedoch vielen Privatanlegern sehr schwer.

Dies ist zum einen durch Unkenntnis, zum anderen durch zu wenige Investmentkapital bedingt.

Hier schaffen ETFs Abhilfe!

Schließlich verteilt man sein Kapital bei einem MSCI World ETF auf über 1.600 Unternehmen weltweit...

...und das theoretisch schon mit einem 25 Euro ETF-Sparplan.  


Nachteile und Risiken von ETFs

1. Keine Outperformance möglich

Ein ETF bildet immer einen Vergleichsindex 1:1 ab...

Was ein Vorteil in Sachen Transparenz ist, ist eindeutig ein Nachteil in Sachen Performance. Ein ETF wird sich nämlich niemals besser entwickeln können als dieser Vergleichsindex.

Es ist mit einem ETF also schlichtweg unmöglich, den „Markt zu schlagen“.  


2. Höhere Kosten im Vergleich zu Einzelaktien

Bei einem ETF fallen jährliche Kosten an.

Zwar sind diese sehr gering (durchschnittlich 0,38% bei europäischen ETFs), dennoch fallen sie ins Gewicht.

Wer in Einzelaktien investiert, hat diese Kosten nicht zu tragen.   


3. ETFs räumen kein Stimmrecht ein

Da Anleger mit ETFs nur indirekt in Unternehmen investieren, kommt man auch nicht in den Genuss aller Vorteile einer klassischen Einzelaktie.

Hier ist besonders das Stimmrecht zu erwähnen...

ETF-Investoren besitzen kein Stimmrecht auf der Jahreshauptversammlung von Unternehmen.