Dividende Definition - die einfache Erklärung für Einsteiger

Wenn du dich in der Vergangenheit auch nur minimal für Aktien und die Börse interessiert hast, bist du mit Sicherheit schon einmal über den Begriff Dividenden gestoßen. Doch was sind Dividenden genau? Eine ausführliche Dividende Definition erhältst du in diesem Beitrag.

Dieser Artikel stellt den Auftakt zu einer längeren und ausführlichen Blogserie dar, die sich ausschließlich mit der Dividendenstrategie und dividendenstarken Aktien beschäftigen wird.

Ich möchte dir Schritt für Schritt erklären, warum ich diese Strategie als eine der sinnvollsten und effektivsten für Privatanleger erachte, was die Vor- und Nachteile dieser Strategie sind und wie du ein solides Portfolio mit dividendenstarken Aktien aufbauen kannst.

Da der Einstieg in dieses Thema gerade zu Beginn komplex zu sein vermag, fangen wir in diesem Beitrag wirklich mit den Grundlagen an: der Definition von Dividenden und weiteren wichtigen Basics.    

Dividende: eine kurze Definition

Ich möchte dir an dieser Stelle keine Lehrbuch-Definition vom Begriff Dividende herunterbeten. Schließlich bist du mit Sicherheit selbst in der Lage, bei Wikipedia diesen Begriff einzugeben. Vielmehr möchte ich es mit einer plastischen Definition versuchen, die auch Börsenneulinge verstehen...

Stell dir vor, du bist Besitzer eines börsennotierten Unternehmens, also einer Aktiengesellschaft. Da die Geschäfte im letzten Jahr gut gelaufen sind, ist es dem Unternehmen gelungen, einen soliden Gewinn zu erwirtschaften.

Nun muss das Unternehmen entscheiden, was mit diesem Gewinn passieren soll. Natürlich wird ein Teil dazu verwenden, das Unternehmen weiter zu vergrößern, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Für eine Aktiengesellschaft empfiehlt es sich jedoch, nicht den gesamten Gewinn einzubehalten, sondern auch einen Teil davon an die Aktionäre auszuschütten. Quasi als kleine Belohnung für ihre Treue, die sie gegenüber dem Vorstand und dem Unternehmen entgegengebracht haben.

Diese Gewinnbeteiligung, die eine Aktiengesellschaft an die Aktionäre ausschüttet, wird Dividenden genannt.

Gar nicht so kompliziert, oder?

Achtung: Nicht jedes Unternehmen schüttet eine Dividende aus. Gerade junge Wachstumsunternehmen (im Fachjargon auch als „Growth Unternehmen“ bezeichnet) behalten in der Regel die gesamten Gewinne ein, um ein schnelles Wachstum zu ermöglichen.  

Wie wird die Dividendenhöhe bestimmt?

Eine Aktiengesellschaft besteht, wie du vielleicht weißt, aus mehreren Organen (Wenn du diese noch nicht kennst, empfehle ich dir diesen Artikel, bevor du weiterliest)

Diese verschiedenen Organe sind auch bei der Bestimmung der Dividendenhöhe beteiligt. Der Vorstand einer AG schlägt die Höhe der Dividenden vor, die Hauptversammlung kann diesem Vorschlag im Anschluss zustimmen. Eine einfache Mehrheit genügt hier.

Jeder Aktionär hat also bei der Dividendenhöhe ein Mitspracherecht. Es sei denn, du verzichtest auf dieses Mitspracherecht zu Gunsten einer höheren Dividendenrendite und erhältst sogenannte Vorzugsaktien (Mehr dazu im Beitrag „Was sind Aktien“).

Den Teil des Gewinns, der in Form einer Dividende an die Aktionäre ausbezahlt wird, nennt man auch Ausschüttung. Demnach ist der prozentuale Anteil, den die Dividende vom Gewinn ausmacht, die sogenannte Ausschüttungsquote – ein sehr wichtiger Begriff, den du dir unbedingt gut merken musst. Auf diesen wirst du in der Blogserie immer wieder stoßen.

Ein Beispiel: Beträgt der jährliche Gesamtgewinn eines Unternehmens 100 Millionen Euro, von dem wiederum 40 Millionen Euro in Form einer Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet wird, beläuft sich die Ausschüttungsquote auf 40 Prozent.

Um nun zu errechnen, wie hoch die Dividende pro Aktie ist, teilst du einfach die Gesamtausschüttung, in unserem Beispiel 40 Millionen Euro, durch alle handelbaren Aktien des Unternehmens (auch Freefloat genannt). Wären dies beispielsweise 10 Millionen Stück, würde sich die Höhe der Dividende pro Aktie auf 4 Euro belaufen. Für jede Aktie in deinem Besitz werden deinem Konto also 4 Euro gutgeschrieben.

Eine wichtige Kennzahl: die Dividendenrendite

Es ist zwar schön zu wissen, wie hoch die Dividende pro Aktie in einem Jahr ausfällt, wirklich viel kannst du mit diesem Wissen aber nicht anfangen. Ich möchte dir auch erklären, warum...

Oftmals ist die Dividende je Aktie bei sehr großen und etablierten Unternehmen am höchsten. Diese Unternehmen haben jedoch einen großen Nachteil: einen sehr hohen Aktienkurs. Du musst also viel Geld bezahlen, um überhaupt Anteile eines solchen Unternehmens zu erhalten.

Kleinere Unternehmen zahlen zwar keinen so hohen Dividendenbetrag pro Aktie, bestechen jedoch durch einen deutlich günstigeren Aktienkurs. Du bezahlst also weniger für einen Anteil.

Ich möchte dir mit einem einfachen Beispiel diese Überlegung verdeutlichen: Stell dir vor, ein Unternehmen, dessen Aktie aktuell 160 Euro kostet, zahlt eine Dividende in Höhe von 8 Euro pro Aktie. Ein jüngeres Unternehmen, dessen Aktienkurs sich lediglich auf 80 Euro beläuft, zahlt „nur“ 4 Euro Dividende pro Aktie. Schaust du also rein auf die Dividendenausschüttung pro Aktie, müsstest du dich eigentlich für das erste Unternehmen entscheiden. Schlussendlich macht es jedoch keinen Unterschied, welches Unternehmen du erwirbst. Beide Male erhältst du für den Kaufpreis von 160 Euro eine Dividende in Höhe von 8 Euro (1x 8 Euro bzw. 2x 8 Euro).  

Ich hoffe, du erkennst die Problematik!

Es sollte also eine Kennzahl geben, die einen besseren Vergleich der Dividendenperformance zwischen Unternehmen ermöglicht. Die gute Nachricht: eine solche Kennzahl gibt es bereits. Die Dividendenrendite.

Die Dividendenrendite setzt die Höhe der Dividenden ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs. Mithilfe dieses Verhältnisses lässt sich nun ein einfacher Vergleich zwischen den Unternehmen ziehen und du kannst die Firmen identifizieren, die tatschlich am meisten Dividende im Verhältnis zum Kaufpreis bezahlen.

Ein kleines Rechenbeispiel zur Dividendenrendite

Der Kurs eines Unternehmens beläuft sich auf 90 Euro. Die Dividendenausschüttung pro Aktie beträgt 3,50 Euro. Um nun die Dividendenrendite auszurechnen, muss folgende Rechnung durchgeführt werden:

(3,50 Euro : 90 Euro) * 100 = 3,89%

Die Dividendenrendite dieses Unternehmens beträgt also 3,89%

Die Dividendenrendite ist jedoch nicht nur ein wichtiges Vergleichsinstrument, sondern kann für eine weitere wichtige Berechnung herangezogen werden. Du kannst nämlich ausrechnen, nach wie vielen Jahren sich deine Investition durch Dividendenzahlungen amortisiert hat (vorausgesetzt die Dividendenrendite bleibt auf dem gleichen Niveau).

Hierfür dividierst du einfach 100%, was deine Gesamtinvestition darstellen soll, durch die vom Unternehmen erreichte Dividendenrendite. In unserem Beispiel also 100% : 3,89% = 25,7 Jahre. Würdest du eine Aktie des Unternehmens kaufen, würde es 25,7 Jahre dauern, bis du deinen Kaufpreis durch Dividendenzahlungen in bar zurückerhalten hast.

Zur Kontrolle die Gegenprobe: 25,7 Jahre * 3,50 Euro = 89,97 Euro

Ich hoffe du erkennst, was für eine wichtige Kennzahl die Dividendenrendite ist und welch große Bedeutung diese für spätere Investmententscheidungen haben kann!

Wann wird die Dividende ausbezahlt?

Bis in das Jahr 2016 wurde die Dividende in der Regel am Tag nach der Hauptversammlung auf das Konto der Aktionäre überwiesen. Seit 01.01.2017 ist es jedoch so, dass Unternehmen die Ausschüttung erst am dritten Bankenarbeitstag nach der Hauptversammlung vornehmen müssen.

Um in den Genuss einer Dividendenausschüttung zu kommen, musst du spätestens am Tag der Hauptversammlung Aktien eines Unternehmens besitzen. Im Fachjargon wird dies häufig mit einem Fachbegriff, dem sogenannten „Ex-Tag“, ausgedrückt. Spätestens einen Tag vor diesem Ex-Tag musst du im Besitz der Aktie eines Unternehmens sein, um bei Dividendenausschüttungen zum Zuge zu kommen. Der Ex-Tag ist immer der Tag nach der Hauptversammlung. Kompliziert ausgedrückt, meint jedoch wie du siehst das Gleiche. Dennoch: Als Dividendeninvestor solltest du auf jeden Fall die Bedeutung des Begriffs „Ex-Tag“ kennen.

Während deutsche Unternehmen in der Regel nur ein Mal pro Jahr Dividenden ausschütten, geschieht dies bei amerikanischen Unternehmen teilweise vier Mal pro Jahr (hier wird die jährliche Dividende durch 4 geteilt und quartalsweise ausgeschüttet). Es existieren sogar Unternehmen - meist Immobilienkonzerne, sogenannte REITs, - die eine monatliche Dividende bezahlen. 

Eine sehr gute Übersicht bietet der Dividendenkalender.


Dividende Definition in 5 Sätzen

Teile des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft im Laufe eines Geschäftsjahres erwirtschaftet, werden von vielen Unternehmen an die Aktionäre ausgeschüttet. Diese Ausschüttung nennt man Dividende. Die Höhe der Ausschüttung im Verhältnis zum Gesamtgewinn wird Ausschüttungsquote genannt.

Wichtiger als die eigentliche Dividende pro Aktie ist die sogenannte Dividendenrendite. Diese setzt die Dividende pro Aktie ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs und ermöglicht einen einfachen und schnellen Vergleich zwischen einzelnen Unternehmen im Hinblick auf die Dividendenpolitik.   

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