Millionär werden mit Aktien? Diese 5 Eigenschaften benötigst du...

Warum investierst du überhaupt an der Börse und interessierst dich für Aktien, Anleihen, ETFs und Co.?

Klar! Um die eigene Finanzsituation zu verbessern. Um endlich den Traumporsche, das Ferienhaus auf Mallorca oder das Segelboot kaufen zu können...

Dieses Ziel ist wahrscheinlich das Hauptargument von 99,9% aller Aktienbesitzer in Deutschland. Bei der Definition des Terminus „eigene Finanzsituation verbessern“ werden die Meinungen hingegen mit Sicherheit auseinandergehen.

Während sich viele Anleger vermutlich mit durchschnittlichen Renditen zufriedengeben, gibt es auch Anleger, die nach deutlich mehr streben: Millionär werden mit Aktien.

Ob es tatsächlich möglich ist, als Otto-Normalverbraucher mit Aktien reich zu werden und welche Voraussetzungen und Renditen dafür nötig sind, möchte ich in diesem Beitrag genauer beleuchten.

Fakt ist: Es existieren zahlreiche Beispiel die belegen, dass man tatsächlich auch mit nur einem durchschnittlichen Gehalt an der Börse Millionär werden kann. Und zwar auch ohne hochriskante "Zockerprodukte" wie CFDs oder Optionsscheine. Auch diese Beispiele möchte ich dir hier genauer vorstellen.

Durch Aktien Millionär werden – genau das musst du mitbringen   

Wenn du auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage "wie werde ich Millionär" bist, musst du keine stundenlangen theoretischen Überlegungen anstellen. Nein, zahlreiche Beweise warten direkt vor deiner Türe. Reale Menschen die es teilweise mit einem sehr kleinen Gehalt geschafft haben, 6 bzw. 7-stellige Vermögen anzuhäufen. Und zwar ausnahmslos durch die Investition in Aktien und Indexfonds.

Viele dieser Personen werde ich dir im Verlauf dieses Artikels noch genauer vorstellen...

Zunächst möchte ich mich jedoch mit 5 wichtigen Eigenschaften bzw. Merkmalen beschäftigen, die ich bei ausnahmslos allen diesen Personen gefunden habe.


1. Millionär werden durch langfristiges Denken

Über Nacht Millionär werden? Wohl kaum!

Fundierter und solider Vermögensaufbau funktioniert niemals über Nacht. Ausgenommen sind natürlich einmalige Ereignisse wie beispielsweise ein Lottogewinn.

An der Börse wirst du nur mit einer langfristigen Denkweise wirklich erfolgreich sein. Obwohl sich viele Investoren dieser Tatsache bewusst sind, scheitern genau hier die meisten Privatanleger. Scheinbar belastet es die menschliche Psyche so sehr, Unternehmensanteile über Jahre hinweg unangetastet im Depot liegen zu lassen, dass eine kleine Stimme im Kopf zu regelmäßigem Handeln zwingt.

Sogar professionelle Investoren unterliegen immer wieder diesem „selbsternannten Druck zum Handeln“. Dies zeigt auch eine Umfrage des S&P Dow Jones Bankhauses, das 1000 Investoren zur Haltedauer von Aktien befragt hat. Bereits nach einer Haltedauer von zwei Jahren fühlen sich 80 Prozent (!) der Investoren unter Druck gesetzt und müssen handeln. 44 Prozent der Befragten nutzen sogar einen Zeithorizont unter 3 Jahren. Ich möchte behaupten, dass diese Tatsache entscheidend dazu beiträgt, dass immer weniger Fondsmanager ihren Vergleichsindex schlagen. Nämlich nur magere 2 Prozent, wie diese Untersuchung von S&P Dow Jones beweist.         

Wieder einmal kann ich an dieser Stelle auf Warren Buffet verweisen, der immer wieder zu langfristigem Denken mahnt:

„Ich kaufe eine Aktie immer unter der Annahme, dass die Börse am nächsten Tag für die nächsten 5 Jahre geschlossen werden könnte.“

Warren Buffet geht sogar noch weiter. Auf Nachfrage eines Reporters, was seine bevorzugte Haltedauer für Aktien wäre, entgegnete er „für immer“.

Auch der ungarische Börsenaltmeister André Kostolany hat es in einem Zitat aus dem Jahr 1999 auf den Punkt gebracht:

„Gehen sie an die Börse und stecken sie ihr ganzes Geld in Aktien. Im Anschluss suchen sie eine Apotheke auf und kaufen sich eine große Dosis Schlaftabletten. Nach vier Jahren wachen sie als reicher Mann wieder auf.“

Die Zitate beider Börsengrößen verdeutlichen, wie wichtig langfristiges Denken ist, um erfolgreich Vermögen aufzubauen.

Wenn du also mit Aktien Millionär werden möchtest, solltest du niemals den Fehler machen, in zu kurzen Zeitintervallen zu denken!


2. Die Macht des Zinseszinses nutzen

Wenn du an der Börse Millionär werden möchtest, führt kein Weg am Zinseszins vorbei.

Zinseszins...schon mal gehört? Was genau ist damit gemeint?

Ganz einfach: Du reinvestierst Kapitalerträge, also Zinszahlungen, Erträge aus Kursgewinnen und Dividenden, möglichst schnell bei passenden Kaufgelegenheiten. Auf dieses Weise wächst dein Investmentkapital stetig an und immer „mehr Geld arbeitet für dich“.

Mit Erstaunen stelle ich immer wieder fest, dass die Macht des Zinseszins-Effekts den meisten Privatanlegern nur vage geläufig ist bzw. viele Privatanleger nicht wissen, welch gigantische Kraft dieser Effekt tatsächlich entwickeln kann.

Um dir zu verdeutlichen, wie stark der Zinseszinseffekt tatsächlich wirkt, habe ich zwei Geschichten für dich:

Der Josefspfennig

Die wohl bekannteste Geschichte ist die des Josefspfennigs. Hätte Josef von Betlehem bei der Geburt von Jesus nur 1 Cent auf einem Sparbuch angelegt und einen dauerhaften Zinssatz von 5 Prozent erhalten, wäre aus diesem Cent im Jahr 2000 die unglaubliche Summe von 23.911.022.046.135.520.000.000.000.000.000.000.000.000 € geworden.

Geschuldet ist dieser Effekt dem Zinseszins – entstanden dadurch, dass Josef Jahr für Jahr seine Erträge nicht vom Bankkonto abgehoben, sondern auf dem Sparbuch belassen hat und somit quasi auch die Zinserträge wiederum Zinsen generiert haben.

Zum Vergleich: Hätte Josef seine Zinseinnahmen jedes Jahr abgehoben und nicht reinvestiert, wäre sein Sparguthaben gerade einmal auf einen Euro angewachsen.

Die Legende vom Weizenkorn

Eine zweite, ebenfalls sehr bekannte Geschichte, spielt im Orient. Als der indische Brahmane Sissa den König Shihram auf einen Fehler aufmerksam machen wollte, scheute er eine direkte Konfrontation. Stattdessen erfand er das Schachspiel, bei dem bekanntermaßen der König die wichtigste Figur ist, um dem König seinen Fehler metaphorisch und schmeichelhaft zu offenbaren.

Der König war so angetan von dieser Schmeichelei, dass er Sissa einen Wunsch gewährte. Dieser wünschte sich jedoch lediglich ein Weizenkorn auf dem ersten Feld des Schachbretts und eine Verdoppelung auf jedem weiteren Feld. Auf dem 1. Feld also ein Korn, auf dem zweiten Feld zwei Körner, auf dem dritten Feld vier Körner, usw.

Der König gewährte den Wunsch, ohne zu wissen, was ihn auf dem 64ten Feld des Schachbretts erwarten würde: 18,45 Trillionen Weizenkörner!

Beide Beispiele verdeutlichen wie, genial der Zinseszinseffekt für deinen Vermögensaufbau wirken kann.

Ich möchte dir noch ein weiteres Beispiel vorstellen. Diesmal aus der Neuzeit: Nehmen wir an, du würdest zur Geburt deines Kindes einen ETF-Sparplan abschließen. Die monatliche Sparrate würde 50 Euro betragen, die jährliche Rendite 7 Prozent (was in etwa der durchschnittlichen historischen Entwicklung der Aktienmärkte entspricht). Die Steuer lassen wir aus Vereinfachungsgründen in diesem Beispiel einmal außer Acht.

Als Anlagezeitraum betrachten wir 60 Jahre...

Nun zwei Szenarien: In Szenario a wird der Sparplan bis zum 60 Jahr nicht angetastet. Der Zinseszinseffekt kommt also voll zum Tragen. Bei Szenario b werden Erträge jährlich vom Depot abgezogen, ein Zinseszinseffekt findet also nicht statt.

Millionär werden - so wirkt der Zinseszinseffekt

Knapp 400.000 Euro Unterschied bei gleichen Gegebenheiten, nur bedingt durch den Zinseszinseffekt!!! 

Verhalte dich also bitte NIEMALS König Shihram und vernachlässige das unglaubliche Potenzial des Zinseszinseffekts für deine Geldanlage!


3. Investiere in dein Humankapital

Humankapital? Wieder so ein seltsamer Begriff...

Gemeint ist nichts anderes als eine Investition in deine eigene Bildung und deine eigenen Fähigkeiten.

Fakt ist: Nur, wenn du bereit bist, regelmäßig Zeit in deine Bildung zu investieren, wirst du auch ein besserer Investor werden. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen aber letztendlich werden die Privatanleger die erfolgreichen sein, die immer wieder zum Lernen bereit waren.

Du musst das Rad nicht neu erfinden. Lerne von den erfolgreichen Investoren der Vergangenheit und Gegenwart und nehme dir ihre Ratschläge, Tipps und Anregungen zu Herzen!


4. Verfolge eisern deine Anlagestrategie

Kennst du die Börsenweisheit „Hin und Her macht Taschen leer?“

Angesprochen werden hier Anleger, die nicht in der Lage sind, diszipliniert eine eigene Anlagestrategie zu verfolgen, sondern vielmehr von Aktienkauf zu Aktienverkauf springen wie ein wildes Huhn. Dieses Verhalten verursacht nicht nur gewaltige Orderkosten, sondern macht auch einen langfristigen Anlageerfolg nahezu unmöglich.

Wenn du also wirklich an der Börse Millionär werden möchtest, solltest du unbedingt eine individuelle Anlagestrategie besitzen und genau wissen, was du tust.

Die 5 besten Investmentstrategien für Privatanleger habe ich in diesem Beitrag gesammelt und genau unter die Lupe genommen.    


5. Sorge für stetige Kapitalzuflüsse

„Ohne Moss nichts los“

Diese schwäbische Redensart gilt selbstverständlich auch an der Börse. Ohne stetige Kapitalflüsse kannst du keine Investitionen tätigen und folglich deinen Traum vom Millionär werden begraben.

Investieren an der Börse beginnt also bereits im Alltag, beim Wocheneinkauf, bei der Stromrechnung und beim Sparen. Durch die bewusste Reduzierung unnötiger Kosten oder aber der bewussten Erhöhung deines Verdienstes schaffst du zusätzliches Investmentkapital, das du wiederum an der Börse anlegen kannst.

Ein Tipp...

Wenn du wirklich Millionär werden möchtest, solltest du stets bemüht sein, deine monatliche Sparquote zu erhöhen. Ich nenne hier bewusst keine fixe Zahl x, weil es eine optimale Sparquote meiner Meinung nach nicht gibt.

Finde eine Sparquote, die zu deinem Lebensstil und deinem Verdienst passt aber analysiere 1-2 Mal pro Jahr sehr kritisch, welche Ausgaben du vermeiden kannst. Versuche stattdessen, diese Ausgaben in Sparraten umzuwandeln.

Beim Thema Sparquote ist es Zeit für das erste leuchtende Beispiel eines erfolgreichen Anlegers, der es tatsächlich geschafft hat, in frühen Jahren Börsenmillionär zu werden. Die Rede ist von Anton Ivanov.

Anton hatte es sich bereits früh zum Ziel gesetzt, Millionär werden zu wollen. Nämlich schon im Alter von 16 Jahren. Dass er dieses Ziel bereits 11 Jahre später erreicht hatte, hätte er sich wahrscheinlich selbst nicht träumen lassen.

Doch wie hat Anton das gemacht? Er hat weder reiche Eltern, noch durfte er sich über einen Lottogewinn freuen.

Ganz einfach: Anton war fleißig und bereit, mehr zu leisten als andere, um seinen Traum in die Tat umzusetzen. Bereits zu seiner Schuldzeit jobbte er bei Subway und sog Finanzlektüren sprichwörtlich in sich auf. Sein größter Einflussgeber war Napoleon Hill mit seinem Buch „Denke nach und werde reich“.

Mit 18 Jahren hatte er bereits 10.000 US-Dollar angespart und eröffnete sein erstes Rentenkonto. Er studierte Elektrotechnik beim Militär und verdiente hier 55.000 US Dollar pro Jahr. Durch zusätzliche Nebenjobs als Programmierer war Anton in der Lage, jährlich ca. 40.000 US Dollar in ETFs zu investieren.

Als im Jahr 2008 die Finanzkrise kam, war Anton durch sein erlangtes Wissen im Finanzbereich in der Lage, nicht panisch wie andere Privatanleger zu verkaufen, sondern wartete ab und kaufte bei niedrigen Kursen sogar zahlreiche Positionen nach.

Heute besitzt er mehrere Wohnungen die er vermietet und arbeitet als Software-Entwickler. Seine Auffassung: „Wenn man etwas wirklich will, kann man dies auch erreichen und jedes Hindernis überwinden. Daran habe ich geglaubt, als ich 16 war und daran glaube ich noch heute.“ (Quelle: Yahoo Finanzen)

Anton Ivanov führt uns mit seinem Lebensweg unweigerlich vor Augen, was als Privatperson mit der richtigen Einstellung und dem richtigen Ehrgeiz möglich ist – und das trotz durchschnittlichem Gehalt. Sicherlich wird nicht jeder in der Lage sein, 40.000 US Dollar pro Jahr zu investieren.

Aber schließlich muss die Million ja nicht in 11 Jahren verdient werden. Dazu jedoch später in Form einiger Rechenbeispiele mehr...


Millionär werden durch die Börse – diese Personen haben es geschafft

Neben Anton Ivanov gibt es zahlreiche weitere Beispiele dafür, dass durch langfristiges Denken und stetiges Investieren in hochwertige Unternehmen auch mit einem durchschnittlichen Gehalt der Aufbau eines großen Vermögens möglich ist.

Eines der wohl bekanntesten Beispiele für Börsenerfolg ist Earl Crawley, auch „Mister Earl“ genannt. In seinem Job als Parkplatzwächter verdiente er gerade einmal 20.000 US Dollar pro Jahr. Doch durch konsequentes Sparen war es ihm möglich, jeden Monat eine kleine Summe auf die Seite zu bringen. Dieses Geld investierte er im Anschluss in bekannte Unternehmen wie Coca-Cola oder IBM. Dividenden reinvestierte er regelmäßig – offensichtlich war ihm die Macht des Zinseszinses geläufig.

Das Resultat: Mister Earl ist es nicht nur gelungen, ein Vermögen von 500.000 US Dollar anzuhäufen, außerdem zog er 3 Kinder groß und erwarb ein schönes Haus, welches er komplett abbezahlte. Sein Motto: „Stop working so hard and let the money work for you.“

Einen ausführlichen Video-Bericht zu Earl Crawley findest du hier.

Auch Theodore R. Johnson verkörpert Börsenerfolg auf eine ganz besondere Weise. Sein Jahresgehalt belief sich auf magere 14.000 US Dollar. Als Paketfahrer bei UPS stellte er jedoch eines Tages fest, dass es dem Unternehmen offensichtlich sehr gut gehen musste. Schließlich wuchsen die Belegschaft und die Auftragslage stetig an. Also beschloss Mr. Johnson, konsequent Monat für Monat 20 Prozent seines Einkommens in UPS Aktien zu investieren.

Als er einige Zeit später seine Frührente antrat, belief sich der Wert seines Aktienportfolios auf stolze 700.000 US Dollar.

Was will ich dir mit diesen drei Beispielen sagen? Was kannst du von Anton Ivanov, Mr. Earl und Theodore Johnson lernen?

Ganz einfach: Du musst keine 10.000 Euro pro Monat in Aktien, Fonds oder ETFs investieren, um ein Vermögen aufzubauen. Es bedarf lediglich Disziplin, Hartnäckigkeit und der richtigen Nutzung des Zinseszinses-Effektes...  


Ein paar Rechenbeispiel...

Zum Abschluss dieses Artikels möchte ich dir noch einige kleine Rechenbeispiel darstellen, um dir ein Gefühl dafür zu geben, wie lange es bei welchem Kapitaleinsatz dauert, bis du dich endlich Millionär nennen darfst.

Ausgegangen bin ich vom deutschen Durchschnittsgehalt, das sich laut Absolventa.de auf 4.078 Euro brutto pro Monat beläuft.

Selbstverständlich werden nicht alle dieses Gehalt erreichen, andere wiederum werden deutlich mehr pro Monat verdienen. Dementsprechend musst du die Zeit bis zum Erreichen des Ziels an deine persönliche Situation anpassen und nach oben bzw. nach unten korrigieren.

Folgende Performancezahlen habe ich als Berechnungsgrundlage verwendet:

  • Jährliche Rendite: 7% (historische Durchschnittsrendite des Aktienmarkts)
  • Zinseszins-Nutzung: ja
  • Steuersatz: 26,375%
  • Jährlicher Steuerfreibetrag: 801 Euro
Wie werde ich Millionär - Reichenbeispiele

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Hättest du gedacht, dass mit einer Sparrate von nur 10% bzw. 407 Euro in 47 Jahren Millionär werden kannst? Schaffst du es, deine Sparrate auf 30% zu erhöhen, erreichst du dein Ziel sogar schon in 29 Jahren.

Noch eine interessante Tatsache fällt auf: Je länger du für das Erreichen deiner ersten Million benötigst, desto höher sind die Steuerabzüge. Zwischen den Sparraten 10% und 30% liegt hier immerhin eine Differenz von knappen 70.000 Euro.

Es lohnt sich also, in Sachen „Luxusanschaffungen“ und „unnötige Alltagskäufe“ etwas kürzer zu treten, um die monatlichen Sparraten auf ein Maximum anheben zu können.

Was sind deine Ziele? Warum investierst du an der Börse? Ich würde mich über einen Kommentar freuen...

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