6 einfache Schritte, mit denen langfristiger Vermögensaufbau tatsächlich gelingt

Wie sieht der richtige Vermögensaufbau aus? 

An dieser Frage scheiden sich definitiv die Geister!

Jeder Finanzberater, jeder Vermögensguru und sogar viele Privatanleger sind der Meinung, dass nur der von ihnen umgesetzte Weg der einzig richtig ist. Alle anderen haben schlichtweg keine Ahnung...

Aber ist das wirklich so? Gibt es wirklich nur den einen, richtigen Weg?

Die Antwort lautet definitiv: NEIN!

Vermögensaufbau ist immer eine individuelle und streng persönliche Angelegenheit. Viele Faktoren spielen hier eine wichtige Rolle. Unter anderem die persönliche Verdienstsituation, das Einlagekapital aber auch die psychologischen Verhaltensmuster und Ziel eines Privatanlegers.

Wer also behauptet, nur die Dividendenstrategie, nur das Investieren in ETFs, nur P2P Kredite oder nur Anleihen führen langfristig zum Reichtum schaut schlichtweg nicht über den Tellerrand hinaus.

Allerdings existieren einige „Bausteine“ die grundsätzlich bei allen Strategien zum Vermögensaufbau vorhanden sein sollten.

Welche das sind, möchte ich dir in diesem Beitrag genauer vorstellen...


Das Fundament: Die Investition in Humankapital

Was ist den bitte Humankapital schon wieder?

Der Duden definiert den Begriff wie folgt: „Gesamtheit der wirtschaftlich verwertbaren Fähigkeiten, Kenntnisse und Verhaltensweisen von Personen oder Personengruppen“ (Quelle: duden.de)

Vereinfacht ausgedrückt: Humankapital ist deine Bildung und die daraus resultierenden Fähigkeiten.

Bildung ist, meiner Meinung nach, die wichtigste und entscheidendste Komponente für den langfristigen Vermögensaufbau. Sie ist das Fundament einer jeden Strategie (s. Bild).

Vermögensaufbau - Die 6 Säulen

Dementsprechend solltest du sehr bemüht sein, dieses Fundament so widerstandsfähig und tragkräftig wie möglich zu gestallten.

Ein Beispiel: Wenn du es dir zum Ziel gesetzt hast, einen Oldtimer zu kaufen und zu restaurieren, wirst du wohl kaum mit Hammer, Schraubenzieher und Feile in die Garage gehen und einfach draufloslegen.

Du wirst dir zunächst die nötige Grundbildung verschaffen und diese im Verlauf der Restauration immer wieder durch wichtiges Detailwissen ergänzen. Nur so kannst du zu einem Ergebnis kommen, das dich zufriedenstellt und glücklich macht: Ein schöner und restaurierter Oldtimer.

Nutze nun dieses plastische Beispiel und übertrage es auf deinen Vermögensaufbau.

Bevor du überhaupt damit beginnst, einen konkreten Plan zu entwerfen, wie dein Weg in Richtung finanzielle Freiheit aussehen könnte, ist ein gewisser Grad an Grundbildung unerlässlich.

Hast du einen groben Marschplan entworfen, solltest du stetig bemüht sein, dir weiteres Detailwissen anzueignen, um deinen Plan noch ausgereifter und besser zu machen.

An dieser Stelle fällt mir ein Zitat von John. F. Kennedy ein, das hervorragend passt:


„Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: Keine Bildung!“  John F. Kennedy


Wie du dein Humankapital stetig weiterentwickelst bleibt dir selbst überlassen. Egal, ob du Finanz- und Börsenbücher liest, themenrelevante YouTube-Kanäle abonnierst oder dich in Online-Kursen weiterbildest.

Wichtig ist nur: Fang noch heute an und höre niemals auf zu lernen! Langfristiger Vermögensaufbau kann nur gelingen, wenn du weißt, was du tust!


Säule 2: Ziele und Anlagedauer definieren

Mit Sicherheit hast du bereits viele persönliche Ziele für die nächsten Jahre definiert, oder?

Vielleicht der Karrieresprung im Job, ein neues schönes Auto, ein zweites Kind, ein Eigenheim oder endlich den Rucksackurlaub, von dem du schon so lange träumst.

Ziele verfolgen uns im Alltag, im Beruf und im Privatleben und sind wesentlich dafür verantwortlich, dass wir uns stetig motivieren, mehr zu erreichen und mehr aus unserem Leben zu machen.

Wer keine konkreten Ziele verfolgt, bleibt auf der Stelle stehen und wird niemals den Ehrgeiz entwickeln, den ein Mensch mit ausgereiften Zielen entwickeln kann. Das dies nicht bloßes Gerede ist, zeigt eine Studie der Harvard University aus dem Jahre 1979, auf die du unbedingt einen Blick werfen solltest.

Was für Alltag, Privatleben und Beruf gilt, hat selbstverständlich auch beim Vermögensaufbau Gültigkeit: Ohne konkrete Ziele wirst du dich nicht motivieren können, dich mit Finanzen zu beschäftigen, deine Geldströme zu optimieren und deine Investmentfähigkeiten stetig zu verbessern.

Es geht aber noch weiter: Ich behaupte sogar, dass du ohne konkret formulierte Ziele keine Anlagestrategie entwickeln kannst, die dir tatsächlich den Erfolg bringt, den du anstrebst.

Ziele definieren, so geht's...

Fragen, mit denen du dich beschäftigen musst:

  • Formuliere es in zwei Sätzen: Was möchte ich überhaupt erreichen?
  • Wann möchte ich dieses Ziel erreicht haben?
  • Wie möchte ich dieses Ziel erreichen?

Beschäftige dich ausgiebig und in aller Ruhe mit diesen Fragen, denn die Antworten werden deine Strategie und deinen Erfolg erheblich beeinflussen.

Viele Privatanleger unterschätzen den Einfluss von persönlichen Zielen auf den Erfolg beim Vermögensaufbau. Du solltest nicht dazugehören und Ziele ausformulieren, die du erreichen willst.

Achte hierbei jedoch auf einige Punkte:

  1. Deine Ziele sollten realistisch sein. Zu hoch gesteckte oder unrealistische Ziele die du nicht erreichst können schnell einen demotivierenden Einfluss haben.
  2. Unterteile langfristige Ziele in kleine Etappen. Da kannst unmöglich messen, ob du auf dem richtigen Weg bist, wenn deine Ziele 20, 30 oder sogar 40 Jahren entfernt liegen.
  3. Notiere deine Ziele schriftlich. Ein Hacken hinter einem erreichten Ziel, den du visualisieren kannst, sorgt für noch mehr Motivation.


Säule 3: Konsum- und Sparverhalten anpassen

Ein falsches Konsum- oder Sparverhalten ist wahrscheinlich der häufigste Grund, warum Privatanleger beim Vermögensaufbau scheitern.

Dies geht auf viele verschiedene Ursachen zurück, ist jedoch in der Regel ein Ergebnis fehlender Analyse.

Eigentlich ist es ganz einfach: Wer seine Einnahmen und Ausgaben nicht genau kennt, kann sein Konsum- und Sparverhalten niemals in den Griff bekommen.

Der erste Schritt, um hier eine nachhaltige Verbesserung zu erzielen, muss es also sein, die persönlichen Finanzströme genau zu analysieren. Stelle hierfür zunächst deine Einnahmen und deine Ausgaben gegenüber.

Um einen besseren Überblick zu erhalten, solltest du deine Ausgaben in verschiedene Kategorien unterteilen. Hier sind vor allem die folgenden Bereiche von entscheidender Bedeutung:

  • Lebenshaltungskosten: Hier solltest du alle Ausgaben erfassen, die das tägliche Leben betreffen. Dies sind zum Beispiel: Miete, Lebensmittel, etc.
  • Versicherungen
  • Klassische Konsumausgaben: Zu den klassischen Konsumausgaben gehören alle Ausgaben, die nicht direkt deine „Grundversorgung“ betreffen. Heißt: Diese Ausgaben sind nicht zwangsläufig nötig. Beispiele wären Handyvertrag, Zeitungsabos, Netflix-Abo, etc.
  • Konsumschulden: Die wohl schlechteste Art der Ausgaben sind die Konsumschulden. Also Kredite, die du für die Anschaffung von Luxus- oder Unterhaltungsgegenständen aufgenommen hast.
  • Sparen: Strenggenommen stellt die Kategorie „Sparen“ keine klassische Ausgabe dar, denn du gibst das Geld ja nicht aus. Dennoch solltest du ganz genau wissen, wieviel du jeden Monat auf die Seite schaffst!


Ein wesentlicher Teil zur Verbesserung deines Konsum- und Sparverhaltens ist mit der Analyse deiner Finanzströme bereits geschafft! Nun gilt es, einen Nutzen aus dieser Analyse zu ziehen und die Frage zu stellen: Wie kann ich mein Konsum- und Sparverhalten nachhaltig verbessern?

Empfehlen würde ich dir, mit diesen Schritten zu starten:

Schritt 1: Klassische Konsumausgaben reduzieren

Analysiere alle Konsumausgaben Schritt für Schritt. Auf welchen Posten könntest du problemlos verzichten? Gehe hier wirklich jeden Punkt systematisch durch. Ich bin mir sicher, dass du hier enormes Einsparpotenzial finden kannst.


Schritt 2: Sparquote erhöhen

Letztendlich ist es die Sparquote, die deinen Vermögensaufbau am meisten beeinflusst. Wieviel von deinen Einnahmen legst du jeden Monat auf die Seite?

Eine optimale Sparquote gibt es zwar nicht, du solltest dennoch bemüht sein, diese Zahl so hoch wie möglich zu halten bzw. konstant zu erhöhen. Dies Möglichkeiten hast du bereits mit Schritt 1 geschaffen. Indem du klassische Konsumausgaben reduzierst, kannst du folglich deine Sparquote auch erhöhen. Diese Kapital steht im Anschluss für kluge Investments zur Verfügung und wird deinen Vermögensaufbau weiter vorantreiben.

Achtung: Kleinvieh macht auch Mist!

Bei der Erhöhung deiner Sparquote müssen es nicht 100€, 200€ oder 300€ pro Monat sein. Die Verbindung von Zinseszins und langfristiger Geldanlage macht auch aus vermeintlich kleinen monatlichen Beträgen ein großes Vermögen.

Wenn du es zum Beispiel schaffst, deine monatliche Sparquote um 25€ zu erhöhen und dieses Geld im Anschluss in einen ETF-Sparplan investierst, der dir eine jährliche Durchschnittsrendite von 7% einbringt, verfügst du nach 40 Jahren über 43.202,04€ (nach Steuern, 0,5% Kosten p.a.).


Schritt 3: Konsumschulden meiden!

Konsumschulden sind pures Gift für den Vermögensaufbau!

Zugegeben: Es klingt verlockend, den neuen 65“-Fernseher bequem in 24 Monatsraten abzustottern. Solche Ausgaben solltest du jedoch zukünftig unbedingt meiden.

Konsumschulden schaffen keinen wirklichen Gegenwert (der neue Fernseher ist schon nach 2-3 Jahren veraltet und nahezu nichts mehr wert) und bremsen dich regelrecht ein.

Wenn du dich an dieser Stelle kurz an Säule 2, die Zieldefinition, zurückerinnerst, sollte eines deiner Ziel ganz klar lauten: Nie wieder Konsumschulden machen!  

Ich verspreche dir: Wenn du die 3 Schritte, die ich dir soeben vorgestellt habe, konsequent umsetzt, wirst du schon nach wenigen Monaten eine deutliche Verbesserung deiner finanziellen Situation feststellen!


Säule 4: Absicherung

Keine Sparquote, keine Zieldefinition und keine Investition in dein Humankapital kann verhindern, dass du dich unter Umständen mit einem harten Schicksalsschlag konfrontiert siehst.

Unabhängig davon ob Krankheit oder Sachschäden, solltest du dich auf solche Eventualitäten auf jeden Fall vorbereiten.

Ein wichtiger Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau ist also die Absicherung.

Ich spreche hier auch keineswegs nur von den schlimmstmöglichen potenziellen Gefahren, sondern auch von „kleineren Unglücken“ wie beispielsweise einer Autoreparatur oder einer defekten Waschmaschine.

Eine optimale Absicherung besteht aus zwei Teilen:

1. Barreserven

Barreserven auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto erwirtschaften zwar kaum bis gar keine Rendite, sind beim Vermögensaufbau dennoch sehr wichtig.

Wenn du dein gesamtes Kapital investierst, beispielsweise in ETF-Sparpläne, könntest du dazu gezwungen werden, diese zu einem schlechten Zeitpunkt verkaufen zu müssen, um Kapital zu beschaffen. 

Wie hoch deine Kapitalreserve ist, musst du selbst entscheiden. Drei bis vier Monatsgehälter sollte diese jedoch auf jeden Fall umfassen.

2. Versicherungen

Versicherungen sind eine lästige Notwendigkeit.

Zugegeben ist es ärgerlich, jeden Monat hohe Summen auszugeben und in Versicherungen einzubezahlen, die du vielleicht ein Leben lang nicht in Anspruch nehmen wirst.

Dennoch sind diese im Bedarfsfall unglaublich wichtig. Denke zum Beispiel an einen Wasserrohrbruch, der dein gesamtes Haus unter Wasser setzt. Ohne eine Hausratsversicherung könnten dich die Reparaturkosten um Jahre bzw. Jahrzehnte zurückwerfen.

Achte jedoch auf ein gesundes Maß zwischen Absicherung und Ausgaben. Es existiert nämlich auch das Szenario der „Überversicherung“.

Versicherungen, die du auf jeden Fall haben solltest sind:

  • Kranken- und Unfallversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Hausratsversicherung

 

Säule 5: Investieren für den Vermögensaufbau

Ohne kluge Investitionen wird dir ein langfristiger Vermögensaufbau auch dann nicht gelingen, wenn du die bereits beschriebenen Tipps umsetzt. Insbesondere in der heutigen Niedrigzinsphase ist die klassische Sparanlage auf dem Tagesgeldkonto nicht sehr erfolgsversprechend.

Du benötigst also ein Vehikel, das deinen Vermögensaufbau vorantreibt.

Wie dieses Vehikel letztendlich aussieht, hängt von deinen Zielen und Fähigkeiten ab. Ob du passiv in ETF-Sparpläne oder aktiv in eine Dividendenstrategie investierst, bleibt dir überlassen.

Wichtig ist nur, dass du mit dem Investieren beginnst und dein Geld nicht bei einem Zinssatz von 0,3% auf dem Tagesgeldkonto im wahrsten Sinne des Wortes „versauern“ lässt.

Aber Achtung: Bevor du mit dem Investieren beginnst, solltest du zunächst dein Humankapital so verbessern, dass du auch die richtigen Anlageentscheidungen triffst. Die Börse ist kein (wie oft propagiert) Ort an dem Privatanleger nur verlieren können. Ganz im Gegenteil!

Die Börse eignet sich hervorragend für den langfristigen Vermögensaufbau.

Wenn du jedoch nicht das nötige Wissen mitbringst, um rationale Entscheidungen zu treffen und nicht weißt, worauf du achten musst, kann das Börsenparket ein sehr rutschiges Terrain werden.

Auch die beiden Blogartikel „Wie du deine persönliche Anlagestrategie findest“ und „Die besten Investmentstrategien für Privatanleger“ und "Aktien kaufen für Anfänger" kann ich dir an dieser Stelle ans Herz legen.    

 

6. Kontrolle und Optimierung

Hast du deine persönliche Strategie zum Vermögensaufbau entwickelt und „in Betrieb genommen“, gilt es Performance und Ergebnisse regelmäßig zu überprüfen.

Auch deine persönliche Finanzsituation solltest du immer im Auge behalten, denn diese ändert sich regelmäßig. So lässt sich beispielsweise durch eine Gehaltserhöhung die Sparquote erhöhen und die monatliche Sparrate eines ETFs nach oben korrigieren.

Du siehst, dass der langfristige Vermögensaufbau eine „Maschine“ ist, bei der viele verschiedene Zahnräder ineinandergreifen. Es bedarf also einer regelmäßigen Wartung, um eine reibungsfreie Funktionalität zu gewährleisten.

An dieser Stelle möchte ich dir noch einen Tipp geben: Der wohl größte Schatz eines Privatanlegers ist sein Humankapital.

Ich bin sogar der Meinung, dass ein hohes Humankapital deutlich wichtiger ist, als ein hohes Investmentkapital.

Ein Anleger, der stetig an der Verbesserung seiner Fähigkeiten interessiert ist wird langfristig eine deutlich höhere Rendite erzielen, als ein Anleger, der zwar über viel Geld verfügt, jedoch aufgrund fehlender Kenntnisse irrationale Investmententscheidungen trifft.

Neben der Kontrolle und Überprüfung deiner Investmentstrategie sollte es dein Anspruch sein, jeden Tag ein Stückchen klüger ins Bett zu gehen!

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